Blutsbrüder?

Full video transcript

BLUTSBRÜDER?

Warum die Litauer den Schmerz der Ukraine spüren

...und wie sie dem gleichen Schicksal entgangen sind

Die Völker Litauens und der Ukraine

eint eine lange gemeinsame Geschichte.

Vor Jahrhunderten bildeten sie sogar

zusammen eines der größten Länder Europas,

und in beiden Ländern hat es in den

vergangenen 25 Jahren eine Revolution gegeben.

Die Ergebnisse der Revolutionen

waren jedoch sehr unterschiedlich.

Litauen beispielsweise startete das Jahr

2015 als Mitglied der Eurozone

mit einer aufblühenden Wirtschaft und Plänen

zur Aufstockung seiner NATO-Präsenz.

Die Ukraine hingegen begann das Jahr

mit einem Krieg im Osten des Landes,

einer bankrotten Wirtschaft

und über einer halben Million Ukrainern,

die als Flüchtlinge im eigenen Land leben.

Warum haben sich die Wege dieser

Länder so unterschiedlich entwickelt,

und wie nahe stand Litauen davor,

das Schicksal der Ukraine zu teilen?

Um die Unterschiede zu verstehen,

müssen wir begreifen,

was in Litauen geschehen ist.

Am 11. März 1990

erklärte Litauen seine Unabhängigkeit

von der Sowjetunion.

Die Verhandlungen mit Moskau

über die Anerkennung des Staats wurden fortgesetzt,

bis die Sowjetunion im Januar 1991

Streitkräfte schickte,

um den Volksaufstand niederzuschlagen.

In dieser Nacht wurden 14 Menschen getötet

und über tausend verwundet.

Ich war einer der Studenten,

der zusammen mit vielen Tausenden

in dieser Nacht und in

vielen darauffolgenden Nächten

vor dem Parlamentsgebäude

stand.

Die Litauer wehrten sich -

mit Liedern.

Und wenn ich von Verteidigung spreche...

Die Verteidigung bestand vor allem

daraus, Lieder zu singen,

den Rosenkranz zu beten

oder die Barrikaden zu errichten.

Dies mag zwar wie irgendein

Singsang aussehen,

dennoch war es ein wesentlicher Teil des

litauischen Kampfs um Unabhängigkeit.

Als die Panzer vor über 20 Jahren

nach Vilnius vorrückten,

empfahl der Führer der Unabhängigkeitsbewegung

zu singen.

Singen, nicht kämpfen,

keine Aggression, nur singen.

Der Mann, der diesen Ratschlag erteilte,

war der Führer der Unabhängigkeitsbewegung,

Vytautas Landsbergis.

Für ihn ging es nicht darum,

das gesamte sowjetische System zu bekämpfen,

sondern darum, dass die Litauer sagten,

dass sie nicht länger

im sowjetischen Block leben wollten.

Ein Arrangement, das 50 Jahre zuvor

ohne Litauen zu fragen

durch den Pakt zwischen der Sowjetunion

und Nazi-Deutschland besiegelt worden war.

Wenn Sie die alte Sowjetunion behalten möchten,

ist das Ihre Sache.

Wir sind unabhängig im Geist,

gemäß dem Recht, gemäß internationalem Recht,

unseres Erachtens. Und wir tun dies.

Statt seiner neuen Glasnost-Politik

der Offenheit und Transparenz zu folgen,

erteilte Moskau Litauen eine

traditionelle und strenge Rüge.

Als die sowjetischen Kräfte

1991 Litauen angriffen,

begaben sie sich zum Parlament sowie

zum Fernsehturm und -studio.

Das Ziel war es, jene zu stoppen und mundtot zu machen,

die für Freiheit einstanden.

Eglie Bucalaite war in dieser Nacht,

als die Gewalt ausbrach,

landesweit auf Sendung.

Dies ist das Studio, aus dem Eglie

an diesem Tag 1991 sendete.

Und das ist die Tür,

die die sowjetischen Soldaten eintraten.

Ich glaube nicht, dass irgendjemand damals

an die eigene Sicherheit dachte.

Der einzige Augenblick, in dem es nicht klar war,

ob ich überleben würde oder nicht,

waren die Minuten, als ich diese

Soldaten in Uniformen und Masken

durch die Korridore gehen sah,

während ich im Studio saß.

Da kam mir der Gedanke, dass

mein Lebens nun vielleicht zu Ende wäre

und wie einfach und unerwartet

alles vorbei sein könnte.

Es war ein Schlüsselaugenblick.

Die Kontrolle der Informationen

war für die Sowjets von größter Bedeutung,

besonders zur Bekämpfung der Revolution.

Die sowjetischen Zeiten waren beängstigend.

Ich konnte die Hymne nur im amerikanischen

Rundfunk hören.

Wir suchten eine litauische Übertragung

im Radio.

Wenn die Hymne gespielt wurde,

drehte ich die Lautstärke bis zum Anschlag auf,

so dass die Hymne im ganzen Haus

gehört werden konnte.

Das Gebäude war von einem

militärischen Fernsehsender besetzt,

der völlig entgegengesetzte

Informationen ausstrahlte.

Russische Propaganda,

über die wir heute lachen könnten,

wenn nicht die Situation in der

Ukraine so schrecklich wäre.

Wir sehen wieder genau dasselbe.

Der Angriff der TV-Sender

hatte zu 14 Todesfällen geführt,

doch die sowjetische Taktik eskalierte schon bald

zu etwas noch Unheilvollerem.

Am 31. Juli 1991 arbeiteten 8 Männer

in diesem Zollhäuschen

an der litauischen Grenze.

Das Häuschen wurde plötzlich von

russischen Kräften aus dem Wald überfallen.

Sie trugen Turnschuhe, um nicht gehört

zu werden, während sie sich anschlichen.

Sie stürmten das Häuschen und zwangen alle 8

Männer, die dort arbeiteten,

sich an dieser Stelle hinzulegen,

und dann töteten sie die Männer

durch einen Schuss in den Hinterkopf.

Sie exekutierten sie mit einer

Pistole mit Schalldämpfer.

7 der Männer, von denen einige erst

20 Jahre alt waren, starben auf der Stelle.

Es gab nur einen Überlebenden,

der die Geschichte noch erzählen kann:

dieser Mann ist Tomas Šernas.

Dieser Platz ähnelte dem ukrainischen

Maidan, doch niemand sang hier.

Wir mussten arbeiten

und es gab keine Menschenmengen,

nur 7 oder 8 Leute in der Nähe eines Waldes

ohne irgendwelche

Telekommunikationsmittel.

Bei meiner Arbeit saß ich

hinter diesem Bürotisch.

Es war früh am Morgen,

zwei Stunden vor Sonnenaufgang.

Der Anhänger stand dort,

wo jetzt jene Kreuze stehen.

Ich hörte ein seltsames Geräusch

und blickte auf.

Ich sah einen Mann,

der lief und eine Waffe trug.

Es waren Russen

in russischen Uniformen,

aber ohne irgendwelche Kennzeichen.

Sie trugen auch keine Militärschuhe,

sondern Turnschuhe.

Damit konnten sie sich

nachts völlig lautlos heranschleichen.

Die Lichter waren abgeschaltet. Uns wurde

befohlen, uns hinzulegen.

Als sie zu schießen begannen, gab es keinen Knall;

sie starben also lautlos.

Eine Waffe hatte einen Schalldämpfer,

also gab es kein Schussgeräusch.

Sie sagten nichts.

Sie schossen die Männer

einfach in den Kopf.

Dasselbe geschah mit mir.

Der Angriff erfolgte an der litauischen Grenze zu

Weißrussland, und noch heute

sind die Mentalitäten auf beiden Seiten

der Grenze völlig verschieden.

Wir befinden uns hier an der litauischen Grenze.

Litauen ist auf dieser Seite

und Weißrussland da drüben.

Dies ist aber mehr als nur

eine geografische Trennlinie,

es ist eine ideologische Trennlinie.

Auf dieser Seite die Europäische Union,

auf der anderen Seite das, was als

letzte Diktatur in Europa bezeichnet worden ist.

Und jetzt werden wir Ihnen zeigen,

wie es dort ist.

Weißrussland ist in den 25 Jahren

seit dem Ende der Sowjetunion

ein enger Verbündeter von Russland geblieben,

politisch und wirtschaftlich.

Da Weißrussland sich Russland nicht widersetzte,

erhielt es günstige

Öl- und Gaslieferungen.

Die Ukraine wurde seit 1991 regelmäßig

von Moskau bestraft, wenn sie

sich auf Europa zu bewegte.

Die Ergebnisse sind in

der Wirtschaft deutlich sichtbar.

Litauen wurde früher ähnlich behandelt,

wenn es wagte, Moskau zu provozieren.

Wir wurden Anfang der 90er Jahre

herausgefordert;

vielleicht erinnern Sie sich nicht, aber ich schon.

Die Straßen waren leer,

es gab kein Benzin und keine Autos.

Es war Winter,

ich erinnere mich an die Kälte in den Wohnungen.

Es war eine Art Lektion: Wir wollten

unabhängig sein? Na gut,

wir konnten unabhängig sein,

und dies war der Preis.

Litauen hat dies zu

seinem Vorteil genutzt.

In diesen acht Monaten konnten wir unsere

Wirtschaft auf den Westen ausrichten

und begannen in diesen acht Monaten,

Handel mit dem Westen zu treiben,

fast zwei Drittel unserer Wirtschaft.

Heute setzt Litauen sich

lautstark dafür ein,

dass gegen Russland wegen seiner Handlungen

in der Ukraine Sanktionen verhängt werden,

obwohl diese Sanktionen

der litauischen Wirtschaft schaden.

Da wir direkt an Russland angrenzen,

leiden wir am meisten unter den Sanktionen.

Unsere Landwirtschaft,

unser Transportsektor,

sie leiden jeden Tag,

und dennoch sind wir

einer der größten Befürworter

der Sanktionen,

da nur so die Aggression

gestoppt werden kann und

nur so eine aussagekräftige Botschaft

an die russische Führung vermittelt werden kann.

Die Reaktion Moskaus

war ähnlich bei den Aufständen

in Litauen und in

der Ukraine.

Vielleicht liegt das daran,

dass die russische Wirtschaft

sowohl 1991 als auch heute

in Schwierigkeiten steckte.

Uns war durchaus bewusst,

dass die Sowjetunion als solche bankrott ist.

Und ihnen war das auch bewusst,

und daher wollten sie mit einigen

Reformen manipulieren,

doch wie war das Reich zu retten?

Nationalismus war ein Ablenkungsmanöver.

Das trifft auch heute zu.

Die Wirtschaft liegt wirklich am Boden.

Keine Investitionen, keine Perspektiven.

Außerdem sind die Ölpreise

zwar ein wenig besser,

haben aber noch nicht wieder

den perfekten Stand erreicht.

Die Situation ist wirklich übel.

Man kann an das Nationalgefühl appellieren,

aber wie oft?

Dieser Sender Russia Today,

den ich lieber Russia Yesterday nenne,

oder die russisch sprechenden Kanäle,

verbreiten fürchterliche Propaganda.

Manchmal wird dies als

Redefreiheit fehlinterpretiert.

Wenn Goebbels Journalist war,

dann gebe ich auf.

Doch wie schon die Angriffe gegen

beide Revolutionen ähnlich waren,

so war auch die Einheit des Volkes, das

für die Revolution kämpfte, ähnlich.

Wir müssen der Ukraine

zur Seite stehen,

und nicht nur wir als Litauer,

sondern ich denke ganz Europa...

muss dies tun. Denn bei dem,

was in der Ukraine geschieht,

geht es nicht nur um die Ukraine,

wie es bei uns nicht nur um Litauen ging.

2018 begeht Litauen den 100. Jahrestag

der Erklärung

seiner Unabhängigkeit.

Doch auch 2015 ist ein wichtiges Jahr,

denn Litauen wird in

die Eurozone aufgenommen,

es hat den Euro eingeführt - und

das ist eine neue litauische Euro-Münze.

Im Herzen der EU zu liegen,

ist das eine,

doch Litauen weiß, dass

es durchaus schwierig sein wird,

einige Partner davon zu überzeugen,

dass Kompromisse mit Russland nicht funktionieren.

Trotz der soliden

internationalen Institutionen, der großen Haushalte,

der hehren Ambitionen im

21. Jahrhundert können wir nichts tun,

wenn ein europäisches Land in

ein Nachbarland einmarschiert.

Wir können nichts tun,

außer unsere Besorgnis zum Ausdruck zu bringen.

Kommt das Ihnen nicht seltsam vor? Mir jedenfalls.

Was ist ein Kompromiss?

Es ist immer dasselbe,

in unserem Fall, im Jahr 1990,

verlangten sie eine Kapitulation

und nannten das einen Kompromiss.

Landsbergis erinnert sich, dass die

litauische Führung hinter den Kulissen

bedroht wurde, obwohl die

Sowjetunion in der Öffentlichkeit

die richtigen Töne

anschlug.

Ihr werdet niemals

Unabhängigkeit erlangen,

das sagte Gorbatschow zu mir.

Seid vernünftig, es ist unrealistisch.

Schaut, was wirklich wichtig ist.

Wir werden euch mehr Autonomie geben.

Jetzt erhaltet ihr 7 %

eures Nationaleinkommens in Devisen.

7%. Wir werden euch 20 % geben, seid froh.

Für normale Leute und für...

Warum nicht 100 %? Es ist unser Profit.

Für manche wird die Situation

bereits verschlimmert, wenn man

nur über Konzessionen bezüglich der

russischen Aggression in der Ukraine redet.

Ich sage nicht, dass wir verantwortlich sind,

wir greifen die Ukraine nicht an,

wir marschieren dort nicht ein.

Aber indem wir passiv

oder nicht kohärent sind,

tragen wir zur Eskalation bei.

Wir reden heute ganz offen darüber,

und sehen, dass das, was gerade abläuft,

in Wirklichkeit ein "München 2" ist,

ein Ausverkauf der Ukraine.

Ich könnte an den Ratschlag einer alten

Frau in einem litauischen Dorf erinnern.

Sie sagte: Jungs,

weicht kein bisschen zurück,

denn sie werden ihren Fuß dahin setzen,

wo eure Füße waren.

Schlimmer noch: während die Welt

sich im Kampf gegen Terrorismus vereint,

denken manche, dass terroristische Taktik

nun ein Werkzeug von Moskau ist.

Wenn man professionelles Militär

ohne irgendwelche Kennzeichen und

ohne Flagge hat,

wie nennt man das?

Natürlich ist es professionell ausgebildet,

und wir wissen, dass es russisches Militär

ist, aber sie verhalten sich wie Terroristen.

Opfer sind Opfern,

wenn sie Zivilisten sind.

Ich nenne immer dieses Beispiel:

Ich habe an den Demos in Paris teilgenommen,

an der 'Je suis Charlie'-Demo,

und ich bin zusammen mit

allen Kollegen marschiert,

die die Pressefreiheit verteidigen.

Es gab zweimal mehr Opfer pro Tag,

als damals in Paris.

Der Vergleich ist vielleicht nicht korrekt,

da jedes Opfer ein Opfer zuviel ist.

Es ist die Ideologie im Kreml,

die viele am meisten beunruhigt.

Sie spiegelt ein Wiederaufleben

des Nationalismus wider,

während der Kreml sagt,

dass er alle Russen beschützen müsse.

Russland ist ein Staat, der keine Grenzen hat.

Das sollte man sich vor Augen halten.

Sogar östlich der Ukraine,

leiden sie darunter, dass es eine Grenze gibt

zwischen den baltischen Staaten und Russland

und dass sie keine Staatsgrenze

mit Estland haben.

Man kann ja einfach behaupten, dass

russische Muttersprachler Schutz brauchen.

Es gibt viele englischsprachige Menschen

in aller Welt

und vielleicht kommt das Vereinigte Königreich

wieder zurück nach Indien.

Dort wird auch Englisch gesprochen,

und vielleicht leiden sie dort auch.

Vielleicht beruhen die unterschiedlichen Standpunkte

auf unterschiedlichen Definitionen.

Bedeutet Demokratie in Russland

dasselbe wie im Westen?

Dort hat man eine spezielle Demokratie.

Ihre Demokratie ist anders.

Es ist eine spezifisch russische Demokratie.

Im Westen bedeutet Partnerschaft, dass man

gemeinsam etwas tut

für das gemeinsame Wohl,

zum gemeinsamen Nutzen.

Im Osten, nach russischer Lesart,

ist eine Partnerschaft ein Spiel

bei dem es darum geht,

den Partner in die Knie zu zwingen.

Welche Vorgehensweise empfehlen die Litauer

dem Westen

angesichts der Aggression Putins?

Meine Empfehlung lautet: Hört nicht

darauf, was er sagt, sondern schaut, was er tut.

Seht euch die Handlungen an.

Es wird immer noch geredet.

Das hat er gesagt. Das hat er heute gesagt,

und das hat er gestern gesagt.

Da gibt es einen Unterschied.

Ironischerweise hatte die

Ukraine eine Chance,

sich dem Westen durch die Unterzeichnung

eines EU-Assoziierungsabkommens zuzuwenden,

während Litauens EU-Ratspräsidentschaft.

Präsident Janukowytsch

hatte die Gelegenheit,

mit der Aggression eines unvorhersehbaren

russischen Nachbarn zu brechen.

Doch so haben sich die Dinge nicht ergeben.

Und an diesem Eingang hinter mir

schließt sich der Kreis wieder.

Hier hatte die EU-Ratspräsidentschaft

von Litauen -

der erste baltische Staat,

der diese Präsidentschaft innehatte -

ein Treffen arrangiert,

auf dem das Abkommen mit der Ukraine

vom ehemaligen Präsidenten der Ukraine,

Janukowytsch, unterzeichnet werden sollte.

Er traf hier ein, weigerte sich dann aber,

das Abkommen zu unterzeichnen,

wegen des erheblichen Drucks,

der vom Kreml ausgeübt wurde.

Und diese Weigerung führte dann zu

den Euromaidan-Protesten.

Ein weiterer ironischer Aspekt ist, dass ein Litauer,

Aivaras Abromavicius,

Minister für wirtschaftliche

Entwicklung und Handel

in der neuen Regierung ist,

die gebildet wurde,

nachdem der Russisch sprechende

Ex-Präsident Janukowytsch

nach Russland gezogen war, um dort zu leben.

In Litauen hingegen blieben

die Führungsschicht und das Volk geeint.

Was wäre geschehen, wenn die gemeinsame

Vision eines Litauen in Europa gescheitert wäre?

In welcher Position würde Litauen sich heute befinden,

wenn es nicht der NATO beigetreten wäre?

Darüber möchte ich

gar nicht nachdenken.

Ich kann nur Gott dafür danken, dass unsere

Nation sich vor 25 Jahren

für die Freiheit entschieden hat,

und dass wir zu Mitgliedern der

NATO und der Europäischen Union geworden sind.

Für uns war das eine historische Chance,

die wir ergriffen haben.

Sie haben also keine Vorstellung davon,

wie sich die Dinge entwickelt hätten, wenn...

Ich möchte gar nicht darüber nachdenken.

Offensichtlich ist der Weg,

den Litauen gewählt hat,

möglicherweise der einzige,

der die Sicherheit des Landes gewährleisten kann.

Denken wir an Georgien 2008 zurück -

kein Mitglied der NATO.

Das Ergebnis ist bekannt. Die Ukraine,

ein großes Land mitten in Europa -

kein Mitglied der NATO.

Das Ergebnis ist bekannt.

Das ist der Unterschied.

Am besten erfährt man,

wie sicher die Menschen sich fühlen,

indem man sie einfach fragt. Das haben wir getan.

Glauben Sie, dass

Litauen heute sicher ist?

Ich glaube ja.

- Ja, noch immer recht sicher.

Nun, vielleicht nicht 100 %, aber...

Ok. Und warum ist es sicher?

- Weil wir in der NATO sind.

Weil Sie in der NATO sind?

- Ja, ich denke schon.

Zumindest... Heute sprach ich

mit meinen Eltern, und wir sagten:

Gott sei Dank sind wir noch immer

nicht in einer solchen Situation,

wir sind im Augenblick einfach glücklich.

Ich hoffe, dass es hier nicht so gehen wird

wie im Osten.

Ok, ich fühle mich ziemlich gut.

Ich weiß, dass die Situation

im Osten sehr schwierig ist,

doch wegen der NATO fühle ich mich sehr gut.

Ja, ich erinnere mich an die Sowjetunion

und ich bin froh, dass wir nun auf der

anderen Seite stehen.

Wie fühlten Sie sich, als die

Revolution in der Ukraine und

die darauffolgenden Kämpfe

im vergangenen Jahr losgingen?

Ich fühlte Mitleid mit unseren anderen Nachbarn,

die praktisch diese 25 Jahre

ihrer Unabhängigkeit verloren haben,

nach dem Zusammenbruch des Sowjetsystems,

wie die Ukraine.

Für manche geht es über reine

Worte der Ermunterung hinaus.

Für manche bietet sich eine

Gelegenheit, eine Rolle zu spielen

in einem Streben nach Freiheit,

das sie 1991 versäumt haben.

Žana Puodžius hat

Freiwillige bei ihrem Kampf

gegen von Russland unterstütze Rebellen

in der Ukraine unterstützt,

von Donezk bis Debalzewe.

Während der Ukraine-Krise begriff ich,

was in meinem Land geschehen war.

Ich war noch sehr klein

ich erinnerte mich nicht daran.

Und es war ja Geschichte, ich kenne sie,

wir haben in der Schule davon gehört,

aber ich verband keine

wirklichen Emotionen damit.

In der Ukraine begann ich zu verstehen,

was in unserem Land geschehen war.

Selbst diejenigen,

die 1991 schon dabei waren,

merkten angesichts der Kämpfe in der Ukraine,

wie knapp sie selbst diesem Schicksal entkommen waren.

Ja, es erinnert mich wirklich

an jene Tage,

und mir fällt auf,

dass wir sehr viel Glück gehabt haben.

Ich ziehe einen Vergleich zu allem,

was gerade jetzt in der Ukraine geschieht.

Es war nicht einfach, es war sehr schwer,

ich kann nicht behaupten, dass wir uns mühelos

von der Sowjetunion losgelöst haben,

ohne Schäden,

ohne Opfer.

Doch wenn ich sehe,

was nun geschieht,

wie lange es dauert und

wie hoch die Kosten sind,

fällt es mir schwer zu glauben,

und es freut mich unendlich,

dass es in Litauen nicht

so ausgegangen ist

und dass wir seit Jahren frei sind.

Litauen hat seine europäische Partner

wiederholt in Bezug auf Russland gewarnt.

Doch diese Warnungen wurden häufig

als übervorsichtig abgetan.

Heute kann Litauen mit Fug und Recht sagen,

dass es die Situation genau richtig eingeschätzt hat.

Wir haben schon vor zehn Jahren gesagt,

dass wir Russland unter einem anderen

Blickwinkel betrachten müssen,

und jetzt scheint es, dass wir mit

unserer Sichtweise richtig lagen.

Unsere Analyse von Russland,

der internen Prozesse in Russland

waren zutreffend.

Und nun gibt es auch ein

zusätzliches Argument dafür,

dass die Menschen in Europa

uns nun aufmerksamer zuhören.

Und es gibt tiefgründigere

Lehren für uns alle:

Freiheit kann niemals

als selbstverständlich angesehen werden.

Ich glaube, es war

Präsident Reagan, der gesagt hat,

dass Freiheit immer nur eine Generation

von ihrer Auslöschung entfernt ist.

Jede Generation muss

daran arbeiten.

Freiheit ist immer unter Beschuss,

sie ist niemals selbstverständlich.

Und die Freude darüber, dass die Freiheit

gesichert wurde, sollte nie in Vergessenheit geraten.

Wir haben die richtige Entscheidung getroffen,

als wir uns der NATO und der Europäischen Union anschlossen.

Dies ist der erste Punkt,

den ich anführen möchte.

In jenen Tagen war ich Verteidigungsminister.

Ich erinnere mich an den Beitrittsprozess,

all diese Emotionen

am Tag des Beitritts.

Als ich in Washington war und

mein Offizier vom Dienst mir mitteilte,

dass belgische Düsenflugzeuge in unseren Luftraum

geflogen waren und auf unserem Stützpunkt landen würden,

um ihre Überwachungsarbeit zu erledigen.

Das war buchstäblich einige Stunden

vor dem Augenblick des Beitritts.

Es ist schwer zu erklären,

was ich damals genau fühlte.

Es war ein ganz spezieller Augenblick.

Und diese Gefühle sind noch immer

sehr stark.

Ich war stolz darauf, dass wir das alles

rechtzeitig geschafft hatten,

dass wir unseren Nachbarn kannten

und wussten, was wir tun müssen,

da wir diesen Nachbarn kennen,

und dass wir nun

auf der richtigen Seite der Geschichte stehen.

Ein Riesenglück für unsere Nation.

Ein Glück, das der Ukraine

leider nicht zuteil geworden ist.

Zumindest noch nicht.

BLUTSBRÜDER?

Warum die Litauer den Schmerz der Ukraine spüren

...und wie sie dem gleichen Schicksal entgangen sind

Die Völker Litauens und der Ukraine

eint eine lange gemeinsame Geschichte.

Vor Jahrhunderten bildeten sie sogar

zusammen eines der größten Länder Europas,

und in beiden Ländern hat es in den

vergangenen 25 Jahren eine Revolution gegeben.

Die Ergebnisse der Revolutionen

waren jedoch sehr unterschiedlich.

Litauen beispielsweise startete das Jahr

2015 als Mitglied der Eurozone

mit einer aufblühenden Wirtschaft und Plänen

zur Aufstockung seiner NATO-Präsenz.

Die Ukraine hingegen begann das Jahr

mit einem Krieg im Osten des Landes,

einer bankrotten Wirtschaft

und über einer halben Million Ukrainern,

die als Flüchtlinge im eigenen Land leben.

Warum haben sich die Wege dieser

Länder so unterschiedlich entwickelt,

und wie nahe stand Litauen davor,

das Schicksal der Ukraine zu teilen?

Um die Unterschiede zu verstehen,

müssen wir begreifen,

was in Litauen geschehen ist.

Am 11. März 1990

erklärte Litauen seine Unabhängigkeit

von der Sowjetunion.

Die Verhandlungen mit Moskau

über die Anerkennung des Staats wurden fortgesetzt,

bis die Sowjetunion im Januar 1991

Streitkräfte schickte,

um den Volksaufstand niederzuschlagen.

In dieser Nacht wurden 14 Menschen getötet

und über tausend verwundet.

Ich war einer der Studenten,

der zusammen mit vielen Tausenden

in dieser Nacht und in

vielen darauffolgenden Nächten

vor dem Parlamentsgebäude

stand.

Die Litauer wehrten sich -

mit Liedern.

Und wenn ich von Verteidigung spreche...

Die Verteidigung bestand vor allem

daraus, Lieder zu singen,

den Rosenkranz zu beten

oder die Barrikaden zu errichten.

Dies mag zwar wie irgendein

Singsang aussehen,

dennoch war es ein wesentlicher Teil des

litauischen Kampfs um Unabhängigkeit.

Als die Panzer vor über 20 Jahren

nach Vilnius vorrückten,

empfahl der Führer der Unabhängigkeitsbewegung

zu singen.

Singen, nicht kämpfen,

keine Aggression, nur singen.

Der Mann, der diesen Ratschlag erteilte,

war der Führer der Unabhängigkeitsbewegung,

Vytautas Landsbergis.

Für ihn ging es nicht darum,

das gesamte sowjetische System zu bekämpfen,

sondern darum, dass die Litauer sagten,

dass sie nicht länger

im sowjetischen Block leben wollten.

Ein Arrangement, das 50 Jahre zuvor

ohne Litauen zu fragen

durch den Pakt zwischen der Sowjetunion

und Nazi-Deutschland besiegelt worden war.

Wenn Sie die alte Sowjetunion behalten möchten,

ist das Ihre Sache.

Wir sind unabhängig im Geist,

gemäß dem Recht, gemäß internationalem Recht,

unseres Erachtens. Und wir tun dies.

Statt seiner neuen Glasnost-Politik

der Offenheit und Transparenz zu folgen,

erteilte Moskau Litauen eine

traditionelle und strenge Rüge.

Als die sowjetischen Kräfte

1991 Litauen angriffen,

begaben sie sich zum Parlament sowie

zum Fernsehturm und -studio.

Das Ziel war es, jene zu stoppen und mundtot zu machen,

die für Freiheit einstanden.

Eglie Bucalaite war in dieser Nacht,

als die Gewalt ausbrach,

landesweit auf Sendung.

Dies ist das Studio, aus dem Eglie

an diesem Tag 1991 sendete.

Und das ist die Tür,

die die sowjetischen Soldaten eintraten.

Ich glaube nicht, dass irgendjemand damals

an die eigene Sicherheit dachte.

Der einzige Augenblick, in dem es nicht klar war,

ob ich überleben würde oder nicht,

waren die Minuten, als ich diese

Soldaten in Uniformen und Masken

durch die Korridore gehen sah,

während ich im Studio saß.

Da kam mir der Gedanke, dass

mein Lebens nun vielleicht zu Ende wäre

und wie einfach und unerwartet

alles vorbei sein könnte.

Es war ein Schlüsselaugenblick.

Die Kontrolle der Informationen

war für die Sowjets von größter Bedeutung,

besonders zur Bekämpfung der Revolution.

Die sowjetischen Zeiten waren beängstigend.

Ich konnte die Hymne nur im amerikanischen

Rundfunk hören.

Wir suchten eine litauische Übertragung

im Radio.

Wenn die Hymne gespielt wurde,

drehte ich die Lautstärke bis zum Anschlag auf,

so dass die Hymne im ganzen Haus

gehört werden konnte.

Das Gebäude war von einem

militärischen Fernsehsender besetzt,

der völlig entgegengesetzte

Informationen ausstrahlte.

Russische Propaganda,

über die wir heute lachen könnten,

wenn nicht die Situation in der

Ukraine so schrecklich wäre.

Wir sehen wieder genau dasselbe.

Der Angriff der TV-Sender

hatte zu 14 Todesfällen geführt,

doch die sowjetische Taktik eskalierte schon bald

zu etwas noch Unheilvollerem.

Am 31. Juli 1991 arbeiteten 8 Männer

in diesem Zollhäuschen

an der litauischen Grenze.

Das Häuschen wurde plötzlich von

russischen Kräften aus dem Wald überfallen.

Sie trugen Turnschuhe, um nicht gehört

zu werden, während sie sich anschlichen.

Sie stürmten das Häuschen und zwangen alle 8

Männer, die dort arbeiteten,

sich an dieser Stelle hinzulegen,

und dann töteten sie die Männer

durch einen Schuss in den Hinterkopf.

Sie exekutierten sie mit einer

Pistole mit Schalldämpfer.

7 der Männer, von denen einige erst

20 Jahre alt waren, starben auf der Stelle.

Es gab nur einen Überlebenden,

der die Geschichte noch erzählen kann:

dieser Mann ist Tomas Šernas.

Dieser Platz ähnelte dem ukrainischen

Maidan, doch niemand sang hier.

Wir mussten arbeiten

und es gab keine Menschenmengen,

nur 7 oder 8 Leute in der Nähe eines Waldes

ohne irgendwelche

Telekommunikationsmittel.

Bei meiner Arbeit saß ich

hinter diesem Bürotisch.

Es war früh am Morgen,

zwei Stunden vor Sonnenaufgang.

Der Anhänger stand dort,

wo jetzt jene Kreuze stehen.

Ich hörte ein seltsames Geräusch

und blickte auf.

Ich sah einen Mann,

der lief und eine Waffe trug.

Es waren Russen

in russischen Uniformen,

aber ohne irgendwelche Kennzeichen.

Sie trugen auch keine Militärschuhe,

sondern Turnschuhe.

Damit konnten sie sich

nachts völlig lautlos heranschleichen.

Die Lichter waren abgeschaltet. Uns wurde

befohlen, uns hinzulegen.

Als sie zu schießen begannen, gab es keinen Knall;

sie starben also lautlos.

Eine Waffe hatte einen Schalldämpfer,

also gab es kein Schussgeräusch.

Sie sagten nichts.

Sie schossen die Männer

einfach in den Kopf.

Dasselbe geschah mit mir.

Der Angriff erfolgte an der litauischen Grenze zu

Weißrussland, und noch heute

sind die Mentalitäten auf beiden Seiten

der Grenze völlig verschieden.

Wir befinden uns hier an der litauischen Grenze.

Litauen ist auf dieser Seite

und Weißrussland da drüben.

Dies ist aber mehr als nur

eine geografische Trennlinie,

es ist eine ideologische Trennlinie.

Auf dieser Seite die Europäische Union,

auf der anderen Seite das, was als

letzte Diktatur in Europa bezeichnet worden ist.

Und jetzt werden wir Ihnen zeigen,

wie es dort ist.

Weißrussland ist in den 25 Jahren

seit dem Ende der Sowjetunion

ein enger Verbündeter von Russland geblieben,

politisch und wirtschaftlich.

Da Weißrussland sich Russland nicht widersetzte,

erhielt es günstige

Öl- und Gaslieferungen.

Die Ukraine wurde seit 1991 regelmäßig

von Moskau bestraft, wenn sie

sich auf Europa zu bewegte.

Die Ergebnisse sind in

der Wirtschaft deutlich sichtbar.

Litauen wurde früher ähnlich behandelt,

wenn es wagte, Moskau zu provozieren.

Wir wurden Anfang der 90er Jahre

herausgefordert;

vielleicht erinnern Sie sich nicht, aber ich schon.

Die Straßen waren leer,

es gab kein Benzin und keine Autos.

Es war Winter,

ich erinnere mich an die Kälte in den Wohnungen.

Es war eine Art Lektion: Wir wollten

unabhängig sein? Na gut,

wir konnten unabhängig sein,

und dies war der Preis.

Litauen hat dies zu

seinem Vorteil genutzt.

In diesen acht Monaten konnten wir unsere

Wirtschaft auf den Westen ausrichten

und begannen in diesen acht Monaten,

Handel mit dem Westen zu treiben,

fast zwei Drittel unserer Wirtschaft.

Heute setzt Litauen sich

lautstark dafür ein,

dass gegen Russland wegen seiner Handlungen

in der Ukraine Sanktionen verhängt werden,

obwohl diese Sanktionen

der litauischen Wirtschaft schaden.

Da wir direkt an Russland angrenzen,

leiden wir am meisten unter den Sanktionen.

Unsere Landwirtschaft,

unser Transportsektor,

sie leiden jeden Tag,

und dennoch sind wir

einer der größten Befürworter

der Sanktionen,

da nur so die Aggression

gestoppt werden kann und

nur so eine aussagekräftige Botschaft

an die russische Führung vermittelt werden kann.

Die Reaktion Moskaus

war ähnlich bei den Aufständen

in Litauen und in

der Ukraine.

Vielleicht liegt das daran,

dass die russische Wirtschaft

sowohl 1991 als auch heute

in Schwierigkeiten steckte.

Uns war durchaus bewusst,

dass die Sowjetunion als solche bankrott ist.

Und ihnen war das auch bewusst,

und daher wollten sie mit einigen

Reformen manipulieren,

doch wie war das Reich zu retten?

Nationalismus war ein Ablenkungsmanöver.

Das trifft auch heute zu.

Die Wirtschaft liegt wirklich am Boden.

Keine Investitionen, keine Perspektiven.

Außerdem sind die Ölpreise

zwar ein wenig besser,

haben aber noch nicht wieder

den perfekten Stand erreicht.

Die Situation ist wirklich übel.

Man kann an das Nationalgefühl appellieren,

aber wie oft?

Dieser Sender Russia Today,

den ich lieber Russia Yesterday nenne,

oder die russisch sprechenden Kanäle,

verbreiten fürchterliche Propaganda.

Manchmal wird dies als

Redefreiheit fehlinterpretiert.

Wenn Goebbels Journalist war,

dann gebe ich auf.

Doch wie schon die Angriffe gegen

beide Revolutionen ähnlich waren,

so war auch die Einheit des Volkes, das

für die Revolution kämpfte, ähnlich.

Wir müssen der Ukraine

zur Seite stehen,

und nicht nur wir als Litauer,

sondern ich denke ganz Europa...

muss dies tun. Denn bei dem,

was in der Ukraine geschieht,

geht es nicht nur um die Ukraine,

wie es bei uns nicht nur um Litauen ging.

2018 begeht Litauen den 100. Jahrestag

der Erklärung

seiner Unabhängigkeit.

Doch auch 2015 ist ein wichtiges Jahr,

denn Litauen wird in

die Eurozone aufgenommen,

es hat den Euro eingeführt - und

das ist eine neue litauische Euro-Münze.

Im Herzen der EU zu liegen,

ist das eine,

doch Litauen weiß, dass

es durchaus schwierig sein wird,

einige Partner davon zu überzeugen,

dass Kompromisse mit Russland nicht funktionieren.

Trotz der soliden

internationalen Institutionen, der großen Haushalte,

der hehren Ambitionen im

21. Jahrhundert können wir nichts tun,

wenn ein europäisches Land in

ein Nachbarland einmarschiert.

Wir können nichts tun,

außer unsere Besorgnis zum Ausdruck zu bringen.

Kommt das Ihnen nicht seltsam vor? Mir jedenfalls.

Was ist ein Kompromiss?

Es ist immer dasselbe,

in unserem Fall, im Jahr 1990,

verlangten sie eine Kapitulation

und nannten das einen Kompromiss.

Landsbergis erinnert sich, dass die

litauische Führung hinter den Kulissen

bedroht wurde, obwohl die

Sowjetunion in der Öffentlichkeit

die richtigen Töne

anschlug.

Ihr werdet niemals

Unabhängigkeit erlangen,

das sagte Gorbatschow zu mir.

Seid vernünftig, es ist unrealistisch.

Schaut, was wirklich wichtig ist.

Wir werden euch mehr Autonomie geben.

Jetzt erhaltet ihr 7 %

eures Nationaleinkommens in Devisen.

7%. Wir werden euch 20 % geben, seid froh.

Für normale Leute und für...

Warum nicht 100 %? Es ist unser Profit.

Für manche wird die Situation

bereits verschlimmert, wenn man

nur über Konzessionen bezüglich der

russischen Aggression in der Ukraine redet.

Ich sage nicht, dass wir verantwortlich sind,

wir greifen die Ukraine nicht an,

wir marschieren dort nicht ein.

Aber indem wir passiv

oder nicht kohärent sind,

tragen wir zur Eskalation bei.

Wir reden heute ganz offen darüber,

und sehen, dass das, was gerade abläuft,

in Wirklichkeit ein "München 2" ist,

ein Ausverkauf der Ukraine.

Ich könnte an den Ratschlag einer alten

Frau in einem litauischen Dorf erinnern.

Sie sagte: Jungs,

weicht kein bisschen zurück,

denn sie werden ihren Fuß dahin setzen,

wo eure Füße waren.

Schlimmer noch: während die Welt

sich im Kampf gegen Terrorismus vereint,

denken manche, dass terroristische Taktik

nun ein Werkzeug von Moskau ist.

Wenn man professionelles Militär

ohne irgendwelche Kennzeichen und

ohne Flagge hat,

wie nennt man das?

Natürlich ist es professionell ausgebildet,

und wir wissen, dass es russisches Militär

ist, aber sie verhalten sich wie Terroristen.

Opfer sind Opfern,

wenn sie Zivilisten sind.

Ich nenne immer dieses Beispiel:

Ich habe an den Demos in Paris teilgenommen,

an der 'Je suis Charlie'-Demo,

und ich bin zusammen mit

allen Kollegen marschiert,

die die Pressefreiheit verteidigen.

Es gab zweimal mehr Opfer pro Tag,

als damals in Paris.

Der Vergleich ist vielleicht nicht korrekt,

da jedes Opfer ein Opfer zuviel ist.

Es ist die Ideologie im Kreml,

die viele am meisten beunruhigt.

Sie spiegelt ein Wiederaufleben

des Nationalismus wider,

während der Kreml sagt,

dass er alle Russen beschützen müsse.

Russland ist ein Staat, der keine Grenzen hat.

Das sollte man sich vor Augen halten.

Sogar östlich der Ukraine,

leiden sie darunter, dass es eine Grenze gibt

zwischen den baltischen Staaten und Russland

und dass sie keine Staatsgrenze

mit Estland haben.

Man kann ja einfach behaupten, dass

russische Muttersprachler Schutz brauchen.

Es gibt viele englischsprachige Menschen

in aller Welt

und vielleicht kommt das Vereinigte Königreich

wieder zurück nach Indien.

Dort wird auch Englisch gesprochen,

und vielleicht leiden sie dort auch.

Vielleicht beruhen die unterschiedlichen Standpunkte

auf unterschiedlichen Definitionen.

Bedeutet Demokratie in Russland

dasselbe wie im Westen?

Dort hat man eine spezielle Demokratie.

Ihre Demokratie ist anders.

Es ist eine spezifisch russische Demokratie.

Im Westen bedeutet Partnerschaft, dass man

gemeinsam etwas tut

für das gemeinsame Wohl,

zum gemeinsamen Nutzen.

Im Osten, nach russischer Lesart,

ist eine Partnerschaft ein Spiel

bei dem es darum geht,

den Partner in die Knie zu zwingen.

Welche Vorgehensweise empfehlen die Litauer

dem Westen

angesichts der Aggression Putins?

Meine Empfehlung lautet: Hört nicht

darauf, was er sagt, sondern schaut, was er tut.

Seht euch die Handlungen an.

Es wird immer noch geredet.

Das hat er gesagt. Das hat er heute gesagt,

und das hat er gestern gesagt.

Da gibt es einen Unterschied.

Ironischerweise hatte die

Ukraine eine Chance,

sich dem Westen durch die Unterzeichnung

eines EU-Assoziierungsabkommens zuzuwenden,

während Litauens EU-Ratspräsidentschaft.

Präsident Janukowytsch

hatte die Gelegenheit,

mit der Aggression eines unvorhersehbaren

russischen Nachbarn zu brechen.

Doch so haben sich die Dinge nicht ergeben.

Und an diesem Eingang hinter mir

schließt sich der Kreis wieder.

Hier hatte die EU-Ratspräsidentschaft

von Litauen -

der erste baltische Staat,

der diese Präsidentschaft innehatte -

ein Treffen arrangiert,

auf dem das Abkommen mit der Ukraine

vom ehemaligen Präsidenten der Ukraine,

Janukowytsch, unterzeichnet werden sollte.

Er traf hier ein, weigerte sich dann aber,

das Abkommen zu unterzeichnen,

wegen des erheblichen Drucks,

der vom Kreml ausgeübt wurde.

Und diese Weigerung führte dann zu

den Euromaidan-Protesten.

Ein weiterer ironischer Aspekt ist, dass ein Litauer,

Aivaras Abromavicius,

Minister für wirtschaftliche

Entwicklung und Handel

in der neuen Regierung ist,

die gebildet wurde,

nachdem der Russisch sprechende

Ex-Präsident Janukowytsch

nach Russland gezogen war, um dort zu leben.

In Litauen hingegen blieben

die Führungsschicht und das Volk geeint.

Was wäre geschehen, wenn die gemeinsame

Vision eines Litauen in Europa gescheitert wäre?

In welcher Position würde Litauen sich heute befinden,

wenn es nicht der NATO beigetreten wäre?

Darüber möchte ich

gar nicht nachdenken.

Ich kann nur Gott dafür danken, dass unsere

Nation sich vor 25 Jahren

für die Freiheit entschieden hat,

und dass wir zu Mitgliedern der

NATO und der Europäischen Union geworden sind.

Für uns war das eine historische Chance,

die wir ergriffen haben.

Sie haben also keine Vorstellung davon,

wie sich die Dinge entwickelt hätten, wenn...

Ich möchte gar nicht darüber nachdenken.

Offensichtlich ist der Weg,

den Litauen gewählt hat,

möglicherweise der einzige,

der die Sicherheit des Landes gewährleisten kann.

Denken wir an Georgien 2008 zurück -

kein Mitglied der NATO.

Das Ergebnis ist bekannt. Die Ukraine,

ein großes Land mitten in Europa -

kein Mitglied der NATO.

Das Ergebnis ist bekannt.

Das ist der Unterschied.

Am besten erfährt man,

wie sicher die Menschen sich fühlen,

indem man sie einfach fragt. Das haben wir getan.

Glauben Sie, dass

Litauen heute sicher ist?

Ich glaube ja.

- Ja, noch immer recht sicher.

Nun, vielleicht nicht 100 %, aber...

Ok. Und warum ist es sicher?

- Weil wir in der NATO sind.

Weil Sie in der NATO sind?

- Ja, ich denke schon.

Zumindest... Heute sprach ich

mit meinen Eltern, und wir sagten:

Gott sei Dank sind wir noch immer

nicht in einer solchen Situation,

wir sind im Augenblick einfach glücklich.

Ich hoffe, dass es hier nicht so gehen wird

wie im Osten.

Ok, ich fühle mich ziemlich gut.

Ich weiß, dass die Situation

im Osten sehr schwierig ist,

doch wegen der NATO fühle ich mich sehr gut.

Ja, ich erinnere mich an die Sowjetunion

und ich bin froh, dass wir nun auf der

anderen Seite stehen.

Wie fühlten Sie sich, als die

Revolution in der Ukraine und

die darauffolgenden Kämpfe

im vergangenen Jahr losgingen?

Ich fühlte Mitleid mit unseren anderen Nachbarn,

die praktisch diese 25 Jahre

ihrer Unabhängigkeit verloren haben,

nach dem Zusammenbruch des Sowjetsystems,

wie die Ukraine.

Für manche geht es über reine

Worte der Ermunterung hinaus.

Für manche bietet sich eine

Gelegenheit, eine Rolle zu spielen

in einem Streben nach Freiheit,

das sie 1991 versäumt haben.

Žana Puodžius hat

Freiwillige bei ihrem Kampf

gegen von Russland unterstütze Rebellen

in der Ukraine unterstützt,

von Donezk bis Debalzewe.

Während der Ukraine-Krise begriff ich,

was in meinem Land geschehen war.

Ich war noch sehr klein

ich erinnerte mich nicht daran.

Und es war ja Geschichte, ich kenne sie,

wir haben in der Schule davon gehört,

aber ich verband keine

wirklichen Emotionen damit.

In der Ukraine begann ich zu verstehen,

was in unserem Land geschehen war.

Selbst diejenigen,

die 1991 schon dabei waren,

merkten angesichts der Kämpfe in der Ukraine,

wie knapp sie selbst diesem Schicksal entkommen waren.

Ja, es erinnert mich wirklich

an jene Tage,

und mir fällt auf,

dass wir sehr viel Glück gehabt haben.

Ich ziehe einen Vergleich zu allem,

was gerade jetzt in der Ukraine geschieht.

Es war nicht einfach, es war sehr schwer,

ich kann nicht behaupten, dass wir uns mühelos

von der Sowjetunion losgelöst haben,

ohne Schäden,

ohne Opfer.

Doch wenn ich sehe,

was nun geschieht,

wie lange es dauert und

wie hoch die Kosten sind,

fällt es mir schwer zu glauben,

und es freut mich unendlich,

dass es in Litauen nicht

so ausgegangen ist

und dass wir seit Jahren frei sind.

Litauen hat seine europäische Partner

wiederholt in Bezug auf Russland gewarnt.

Doch diese Warnungen wurden häufig

als übervorsichtig abgetan.

Heute kann Litauen mit Fug und Recht sagen,

dass es die Situation genau richtig eingeschätzt hat.

Wir haben schon vor zehn Jahren gesagt,

dass wir Russland unter einem anderen

Blickwinkel betrachten müssen,

und jetzt scheint es, dass wir mit

unserer Sichtweise richtig lagen.

Unsere Analyse von Russland,

der internen Prozesse in Russland

waren zutreffend.

Und nun gibt es auch ein

zusätzliches Argument dafür,

dass die Menschen in Europa

uns nun aufmerksamer zuhören.

Und es gibt tiefgründigere

Lehren für uns alle:

Freiheit kann niemals

als selbstverständlich angesehen werden.

Ich glaube, es war

Präsident Reagan, der gesagt hat,

dass Freiheit immer nur eine Generation

von ihrer Auslöschung entfernt ist.

Jede Generation muss

daran arbeiten.

Freiheit ist immer unter Beschuss,

sie ist niemals selbstverständlich.

Und die Freude darüber, dass die Freiheit

gesichert wurde, sollte nie in Vergessenheit geraten.

Wir haben die richtige Entscheidung getroffen,

als wir uns der NATO und der Europäischen Union anschlossen.

Dies ist der erste Punkt,

den ich anführen möchte.

In jenen Tagen war ich Verteidigungsminister.

Ich erinnere mich an den Beitrittsprozess,

all diese Emotionen

am Tag des Beitritts.

Als ich in Washington war und

mein Offizier vom Dienst mir mitteilte,

dass belgische Düsenflugzeuge in unseren Luftraum

geflogen waren und auf unserem Stützpunkt landen würden,

um ihre Überwachungsarbeit zu erledigen.

Das war buchstäblich einige Stunden

vor dem Augenblick des Beitritts.

Es ist schwer zu erklären,

was ich damals genau fühlte.

Es war ein ganz spezieller Augenblick.

Und diese Gefühle sind noch immer

sehr stark.

Ich war stolz darauf, dass wir das alles

rechtzeitig geschafft hatten,

dass wir unseren Nachbarn kannten

und wussten, was wir tun müssen,

da wir diesen Nachbarn kennen,

und dass wir nun

auf der richtigen Seite der Geschichte stehen.

Ein Riesenglück für unsere Nation.

Ein Glück, das der Ukraine

leider nicht zuteil geworden ist.

Zumindest noch nicht.

Related videos
|
  • Fußball und veränderte Verteidigungsstrategien
  • Die NATO und die Industrie: dieselben Ziele, aber unterschiedliche Sprachen?
  • Was wird die größte Bedrohung in den kommenden 10 Jahren sein?
  • USA und die EU: mehr Schutz als Verteidigung?
  • Moderne Verteidigung: besser smart als sexy?
  • Helikopter - und warum sie so wichtig sind
  • Europa und die USA: wie stark ist die Verbindung?
  • Franco Frattini:
  • NATO-Russland: erneut zurück auf null?
  • Es geht um Stimmzettel, nicht um Stiefel
  • Cyberangriffe, die NATO - und Angry Birds
  • Cyberangriffe: wie können sie uns schaden?
  • Cyberkrieg - gibt es ihn überhaupt?
  • Hacker zu mieten
  • Vier Außenminister erklären, warum Partner wichtig sind
  • Der Klimawandel in der Arktis: ein Thema für die NATO?
  • Ashton und Paloméros: warum die EU und die NATO Partner benötigen
  • Irlands Umgang mit der NATO und Neutralität
  • Frauen in der Sicherheitspolitik: eine noch zu erledigende Arbeit?
  • Frauen und Sicherheit: persönliche Geschichten
  • Frauen an vorderster Front
  • Die libysche Revolution von 2011... in 2 Minuten
  • Naturgewalten und Streitkräfte
  • Brennstoff für die grauen Zellen
  • Krieg um Trinkwasser?
  • Energie und Umwelt: gute, schlechte und beunruhigende Nachrichten
  • Einheimischer Terrorismus: die Sichtweise der EU
  • Wie kann die NATO einheimischen Terrorismus bekämpfen?
  • Mission Impossible?
  • Social Media und die NATO: es ist kompliziert
  • Umsetzung des Konzepts
  • Mister TransAtlantic
  • Von Cronkite bis Korea: Erkenntnisse
  • Momentaufnahme von Afghanistan: Die Sicht der Experten
  • Der NATO-Gipfel 2012: Was bedeutet er für Chicago?
  • Griechenland: was es bedeutet, seit 60 Jahren NATO-Mitglied zu sein
  • Griechenland und die NATO: die Sichtweise der nächsten Generation
  • Türkei: was es bedeutet, seit 60 Jahren NATO-Mitglied zu sein
  • Türkei: Interview mit Verteidigungsminister Yilmaz
  • Mladic, Srebrenica und Gerechtigkeit
  • Mladic, Gerechtigkeit und 2011: die serbische Sichtweise
  • Die Sichtweise der Region
  • Mladic, Gerechtigkeit und 2011: die kroatische Sichtweise
  • Doppelte Sichtweise - eine afghanisch-amerikanische Perspektive
  • Wohin nun, Afghanistan? Interview mit Ahmed Rashid
  • Kleinwaffen: die wahren Massen- vernichtungswaffen?
  • Die NATO und ihre Partner: Beziehungen im Wandel?
  • Die NATO und Schweden: alte Partner, neue Perspektiven?
  • Zu mehreren ist man sicherer? Die NATO und ihre Partner
  • Beständige Partnerschaften: ist die Korruption nun das Haupt- schlachtfeld in Afghanistan?
  • Social Media: können sie der Demokratie auch schaden?
  • Politischer Wandel: was Social Media tun können - und was nicht
  • Der
  • Optimismus - oder Realismus?
  • Kochen für den Planeten
  • Friss oder stirb
  • Die Weltwirtschaft im Jahr 2011: Aufschwung oder Abschwung?
  • Seltene Erden: das neue Erdöl im Jahr 2011?
  • Zueinander finden: Warum ein umfassender Ansatz so wichtig ist
  • Das neue Strategische Konzept der NATO: ein erfolgreicher Balanceakt?
  • Lissabon: die perfekte Geburtsstätte für das neue Strategische Konzept der NATO?
  • Die Tea Party: Allein zu Haus?
  • Obama, Wahlen und Außenpolitik: Liegt die Verantwortung hier?
  • UNSCR 1325: ein glücklicher 10. Geburtstag?
  • Wie wichtig sind Frauen im neuen Strategischen Konzept der NATO?
  • Sicherheit: noch immer eine von Männern dominierte Branche?
  • Frauen kämpfen heute an vorderster Front - ohne Waffen
  • Warum sollten wir uns um den Jemen sorgen?
  • Jemen: 10 Gründe, sich Sorgen zu machen
  • Verteidigung und Angriff - wie die Truppen Fußball sehen
  • Trennt oder eint Fußball?
  • Wie stellen sich die Veränderungen im Kernwaffen- bereich für die NATO dar?
  • Die Gottes- perspektive: Operation Active Endeavour
  • Die IAEA: die weltweit wichtigste Behörde?
  • 2010: Jahr Null für eine Nulllösung?
  • Obamas nuklearer Traum: Yes, he can?
  • Nuklear-Schach: der nächste Zug des Iran?
  • Der Atomwaffen- sperrvertrag: der wichtigste Vertrag der Welt?
  • Die schmutzige Bombe: niedrige Kosten, hohes Risiko
  • Transport und Piraterie: Von oben betrachtet
  • Das sich wandelnde Antlitz der Sicherheit der Schifffahrt
  • Das sich wandelnde Antlitz der Sicherheit der Schifffahrt
  • China und der Westen: Tastatur- konflikte?
  • Timing ist alles?
  • Admiral James G. Stavridis, Supreme Allied Commander, Europa
  • General Klaus Naumann, Ehemaliger Vorsitzender des NATO- Militäraus- schusses
  • Ivo Daalder, Ständiger Vertreter der Vereinigten Staaten bei der NATO
  • Madeleine K. Albright, Vorsitzende, NATO Strategic Concept Expert Group
  • Jeroen Van der Veer, Vizevorsit- zender, NATO Strategic Concept Expert Group
  • Neues Zeitalter, neue Bedrohungen, neue Antworten
  • Was bedeutet dies für das Militär?
  • Das Thema, um das es im Strategischen Konzept gehen muss, ist...
  • NATO HQ – ist die Zeit reif für eine Renovierung?
  • Ein Kampf der Geister
  • Kommunikation mit der breiten Öffentlichkeit – je einfacher, desto besser (Teil 1)
  • Kommunikation mit der breiten Öffentlichkeit – je einfacher, desto besser (Teil 2)
  • Geschichte: Was hat das Strategische Konzept geformt?
  • Piraterie, Häfen und gescheiterte Staaten: Frontlinien des organisierten Verbrechens?
  • Organisiertes Verbrechen und terroristische Gruppierungen: Kameraden oder Chamäleons?
  • Warum die Finanzkrise für die Sicherheit von Bedeutung ist: ein Überblick in drei Minuten
  • Von den Finanzen zur Verteidigung
  • Die Finanzkrise: Fragen an die Experten
  • Gouverneur Amin aus der Provinz Farah: „Die Rezession könnte den Taliban in die Hände spielen“
  • Die afghanische Gouverneurin Sarabi: „Die vorgeschlagene neue Gesetzgebung im Bereich der Frauenrechte wäre ein Schritt zurück“
  • Jamie Shea: Kosovo - damals und heute
  • Interview: Paddy Ashdown
  • Interview: Der dänische Verteidigungs -minister Soren Gade
  • Interview: Der norwegische Außenminister Jonas Gahr Store
  • Unter dem Eis der Welt...
  • Video-Interview mit Ahmed Rashid
  • Taliban, Fernsehen, Telefone – und Terror
  • Bosnien: eine neue Modellarmee?
  • Reform der bosnischen Polizei: Auftrag erledigt oder eine unmögliche Aufgabe?
  • Karadzic: von Sarajevo nach Den Haag
  • Partnerschaft oder Mitgliedschaft für Finnland?
  • Video-Interview
  • Video-Debatte: Die neuen Medien - Hilfe oder Hindernis in Konflikt- situationen?