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Der "Arabische Frühling" = Facebook-Revolution Nr. 1?

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Die ehemaligen Staatschefs von Ägypten und Tunesien sind abgesetzt. Einige andere Regierungen in der Region wissen nicht, ob - und wie lange - sie noch bestehen werden. Welche Beweise sprechen dafür, dass die Social Media hinter diesen Veränderungen stehen?

 Untertitel: An / Aus

Der "Arabische Frühling" = Facebook-Revolution Nr. 1?

In Tunesien setzte sich Mohamed Bouazizi,

ein 26-jähriger Obst- und Gemüsehändler,

am 17. Dezember 2010 selbst in Brand.

Er protestierte damit gegen korrupte

Polizei und Behörden.

Er starb am 4. Januar.

Nach seinem Tod kam es zu Protesten,

sowohl im Land als auch im Internet.

Demonstranten luden Videos von

Unruhen hoch,

was die Behörden mit Zensur

und Hacking-Versuchen bekämpften.

Doch am 14. Januar war die

23-jährige Herrschaft des tunesischen

Ex-Präsidenten Ben Ali beendet.

Die Social Media spielten dabei eine Rolle,

aber keine ausschlaggebende.

Das dominierende Medium ist

immer noch das Fernsehen.

Dies ist teils darauf zurückzuführen, dass

Social Media in diesem Teil der Welt nicht

so allgegenwärtig sind

wie in den Industrienationen.

Facebook beispielsweise wird nur von

etwa 5 % der Bevölkerung genutzt.

Die Internet-Durchdringung der Region

liegt bei etwa 20 %.

Es ist zwar wichtig, aber das

Fernsehen erreicht andererseits

80 % der Bevölkerung,

besonders in den großen Städten.

Das dominierende Medium war

also das Fernsehen,

in dem zuweilen Material aus den

Social Media aufbereitet und neuverpackt wurde.

In Ägypten rief eine Facebook-Seite zu

einem Tag des Protests am

25. Januar 2011 auf,

anlässlich des Todes eines 28-jährigen

Mannes namens Khaled Said.

Polizisten hatten ihn aus einem

Internet-Cafe gezerrt

und totgeprügelt.

Über 80.000 Menschen meldeten sich

auf der Facebook-Seite zum Protest an.

Der Protest setzte sich fort,

obwohl das Mobilfunknetz und das

Internet tagelang abgeschaltet wurde.

Am 11. Februar war die 30-jährige

Herrschaft des ägyptischen Ex-Präsidenten

Mubarak beendet.

Für die ursprüngliche Facebook-Seite namens

"Wir sind alle Khaled Said"

wurde fast eine Million mal auf "Gefällt mir" geklickt.

Social Media sind viel mehr als 144

Zeichen über Twitter zu senden

oder seinen Status bei Facebook zu

aktualisieren. Dies ist zwar nützlich,

doch wenn man schaut, wie Menschen

Videos und Informationen austauschen,

in Ägypten, in Tunesien, in Libyen,

so geschieht dies vor allem per SMS

und nicht vorrangig über Twitter.

Wir verfolgen Twitter

daher rechnen wir Twitter hohe Verdienste an,

doch es gibt darüber hinaus noch

viel mehr Kommunikation.

Die drei höchsten Prozentsätze der

Internet-Durchdringung in Nahost

finden sich in den Vereinigten Arabischen

Emiraten, in Israel und Bahrain.

Staatsfeind Nr. 1 scheint in jedem

nordafrikanischen Land zurzeit

Al-Dschasira zu sein,

egal ob in Israel, Jordanien,

Ägypten, Tunesien:

alle geben Al-Dschasira die Schuld

an allem, was schiefgelaufen ist.

Und Al-Dschasira hat sich bei der

Ausstrahlung der Ereignisse

sehr aggressiv verhalten,

was vor 10 Jahren noch nicht

möglich gewesen wäre.

Informationen werden auch dann

weiter verbreitet,

wenn das Signal von Al-Dschasira gestört wird

und nur das Staatsfernsehen übrig bleibt -

die Leute greifen dann einfach zum Handy,

zum Telefon oder zur VoIP-

Technologie, usw.

Arabisch ist die siebtmeistbenutzte

Sprache im Internet.

Die Top 3 sind Englisch,

Chinesisch und Spanisch.

Es gab beispielsweise in Kairo Fälle,

bei denen Menschen in armen

Gegenden, in denen es kein Fernsehen gab,

auf die Straße hinauskamen.

Doch das Ambiente der Stadt

veränderte sich.

Kairo wurde eine revolutionäre Stadt.

Menschen riefen in die Eingänge von Wohnungen

hinein: "Kommt, schließt euch an!" Es ging

nicht um irgendeine Technologie.

Einer der Beschwichtigungsversuche

des tunesischen Ex-Präsidenten Ben Ali

bestand darin, den Dissidenten und

Blogger Slim Amamou

zum Jugend- und Sportminister zu ernennen.

Wenige Tage später dankte er ab.

Der "Arabische Frühling" = Facebook-Revolution Nr. 1?

In Tunesien setzte sich Mohamed Bouazizi,

ein 26-jähriger Obst- und Gemüsehändler,

am 17. Dezember 2010 selbst in Brand.

Er protestierte damit gegen korrupte

Polizei und Behörden.

Er starb am 4. Januar.

Nach seinem Tod kam es zu Protesten,

sowohl im Land als auch im Internet.

Demonstranten luden Videos von

Unruhen hoch,

was die Behörden mit Zensur

und Hacking-Versuchen bekämpften.

Doch am 14. Januar war die

23-jährige Herrschaft des tunesischen

Ex-Präsidenten Ben Ali beendet.

Die Social Media spielten dabei eine Rolle,

aber keine ausschlaggebende.

Das dominierende Medium ist

immer noch das Fernsehen.

Dies ist teils darauf zurückzuführen, dass

Social Media in diesem Teil der Welt nicht

so allgegenwärtig sind

wie in den Industrienationen.

Facebook beispielsweise wird nur von

etwa 5 % der Bevölkerung genutzt.

Die Internet-Durchdringung der Region

liegt bei etwa 20 %.

Es ist zwar wichtig, aber das

Fernsehen erreicht andererseits

80 % der Bevölkerung,

besonders in den großen Städten.

Das dominierende Medium war

also das Fernsehen,

in dem zuweilen Material aus den

Social Media aufbereitet und neuverpackt wurde.

In Ägypten rief eine Facebook-Seite zu

einem Tag des Protests am

25. Januar 2011 auf,

anlässlich des Todes eines 28-jährigen

Mannes namens Khaled Said.

Polizisten hatten ihn aus einem

Internet-Cafe gezerrt

und totgeprügelt.

Über 80.000 Menschen meldeten sich

auf der Facebook-Seite zum Protest an.

Der Protest setzte sich fort,

obwohl das Mobilfunknetz und das

Internet tagelang abgeschaltet wurde.

Am 11. Februar war die 30-jährige

Herrschaft des ägyptischen Ex-Präsidenten

Mubarak beendet.

Für die ursprüngliche Facebook-Seite namens

"Wir sind alle Khaled Said"

wurde fast eine Million mal auf "Gefällt mir" geklickt.

Social Media sind viel mehr als 144

Zeichen über Twitter zu senden

oder seinen Status bei Facebook zu

aktualisieren. Dies ist zwar nützlich,

doch wenn man schaut, wie Menschen

Videos und Informationen austauschen,

in Ägypten, in Tunesien, in Libyen,

so geschieht dies vor allem per SMS

und nicht vorrangig über Twitter.

Wir verfolgen Twitter

daher rechnen wir Twitter hohe Verdienste an,

doch es gibt darüber hinaus noch

viel mehr Kommunikation.

Die drei höchsten Prozentsätze der

Internet-Durchdringung in Nahost

finden sich in den Vereinigten Arabischen

Emiraten, in Israel und Bahrain.

Staatsfeind Nr. 1 scheint in jedem

nordafrikanischen Land zurzeit

Al-Dschasira zu sein,

egal ob in Israel, Jordanien,

Ägypten, Tunesien:

alle geben Al-Dschasira die Schuld

an allem, was schiefgelaufen ist.

Und Al-Dschasira hat sich bei der

Ausstrahlung der Ereignisse

sehr aggressiv verhalten,

was vor 10 Jahren noch nicht

möglich gewesen wäre.

Informationen werden auch dann

weiter verbreitet,

wenn das Signal von Al-Dschasira gestört wird

und nur das Staatsfernsehen übrig bleibt -

die Leute greifen dann einfach zum Handy,

zum Telefon oder zur VoIP-

Technologie, usw.

Arabisch ist die siebtmeistbenutzte

Sprache im Internet.

Die Top 3 sind Englisch,

Chinesisch und Spanisch.

Es gab beispielsweise in Kairo Fälle,

bei denen Menschen in armen

Gegenden, in denen es kein Fernsehen gab,

auf die Straße hinauskamen.

Doch das Ambiente der Stadt

veränderte sich.

Kairo wurde eine revolutionäre Stadt.

Menschen riefen in die Eingänge von Wohnungen

hinein: "Kommt, schließt euch an!" Es ging

nicht um irgendeine Technologie.

Einer der Beschwichtigungsversuche

des tunesischen Ex-Präsidenten Ben Ali

bestand darin, den Dissidenten und

Blogger Slim Amamou

zum Jugend- und Sportminister zu ernennen.

Wenige Tage später dankte er ab.

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