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2010: Jahr Null für eine Nulllösung?

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Wird 2010 das entscheidende Jahr für die Frage, ob wir eine Welt ohne Kernwaffen erreichen können? Wird dieses Jahr, in dem so viele wichtige Themen – von START bis zum Iran – auf der Tagesordnung stehen, als das zentrale Jahr für die atomare Abrüstung in die Geschichtsbücher eingehen?

 Untertitel: An / Aus

Wie ein Damoklesschwert hängt

die nukleare Zerstörung

seit Mitte der 1940er Jahre

über der Welt.

Doch es ist nie ein Atomkrieg

ausgebrochen. Warum nicht?

Dass es in den vergangenen 65 Jahren

zu keiner nuklearen Katastrophe gekommen ist,

ist reines Glück.

Es hat nichts mit guten Führungsqualitäten

oder der inhärenten Stabilität

des Atomwaffen-Abrüstungssystems zu tun.

Es ist reines Glück.

Wir haben seit 65 Jahren Schwein gehabt

und keinen Atomkrieg gesehen.

Es wäre unvernünftig zu glauben,

dass dieses Glück ewig hält.

Geschichten über Beinahe-Katastrophen im

Kalten Krieg gibt es viele.

Meine Lieblingsgeschichte stammt

aus der Zeit der Kubakrise,

als sich Kernwaffen auf

kubanischem Boden

und auf sowjetischen U-Booten

in dieser Region befanden -

nicht nur die eine auf dem Schiff,

das gestoppt wurde.

Im Zuge dieser Seeblockade

warfen die USA

Unterwasserbomben ab, um zu

zeigen, dass sie es ernst meinten.

Diese Bomben sollten aber

nichts zerstören.

Eine dieser Bomben zerstörte

das Kommunikationssystem

eines sowjetischen U-Boots,

und laut Protokoll musste die

Entscheidung über den Einsatz

von Kernwaffen von den drei

Führungsoffizieren des U-Boots

getroffen werden, wenn die

Kommunikation ausgefallen war und

das U-Boot nicht wusste, ob

Kriegszustand herrschte.

Bei der Abstimmung, ob der

mit einer Kernwaffe bestückte Torpedo

abgefeuert würde, entschied man sich

mit 2:1 Stimme dagegen.

Der Dritte Weltkrieg wurde demnach

von einem russischen Seemann verhindert.

Während des Kalten Kriegs galt

die Abschreckung als nationales Interesse.

Nun sehen manche das

Gegenteil als richtig an.

Wir sind diejenigen, die

von Terroristen oder

revolutionären Staaten

angegriffen werden.

Es liegt also in unserem

grundlegenden nationalen Interesse,

alle Länder von der Herstellung

dieser Waffen abzubringen.

Welchen Nutzen Kernwaffen auch

als stabilisierender Faktor im

Kalten Krieg gehabt haben mögen,

die Aufrechterhaltung von

Kernwaffen im 21. Jahrhundert

verursacht viel mehr Probleme,

als es dies wert ist.

Kernwaffen dienen

primär als Abschreckungsmittel,

aber abgesehen davon fragt man sich,

wie nützlich und sicher sie sind.

Militärs in aller Welt

mögen sie nicht,

weil diese Waffen Geld von anderen,

nützlicheren Dingen abziehen

und weil sie nicht glauben,

dass sie die Waffen einsetzen können.

Sie sind also ziemlich nutzlos,

und dennoch bedrohen sie uns alle.

Es gibt immer noch 2000

Waffen in Alarmbereitschaft.

Wir haben Steuerungs-

und Kontrollsysteme,

die nicht viel besser sind

als während des Kalten Krieges,

und in manchen Ländern, die jetzt

Kernwaffen besitzen, völlig unzureichend.

Und wir leben mit der Aussicht

auf einen ausgefeilten Cyber-Angriff.

Fehlinformationen werden in Systeme

eingespeist, verursachen Verwirrung,

Angst, möglicherweise Maschinen-

und menschliche Fehler.

Die USA und Russland sind

Teil einer Koalition, die darauf besteht,

dass die Islamische Republik Iran

Konsequenzen tragen muss.

Diese veränderte Sichtweise

hat zu einer neuen Haltung

in Abrüstungs- und

Verbreitungsfragen geführt.

Ich glaube nicht, dass das Problem

schlimmer als früher ist.

Wir haben weniger Verwendung

für Atomwaffen.

Daher sind wir weniger geneigt,

Atomwaffen zu verteidigen,

und wir finden sie

eher problematisch.

Wenn also jemand anders sie will,

scheint uns das viel schlimmer.

Die zwei führenden

Atommächte

haben sich verpflichtet, den Weg

zu einer Nulllösung zu beschreiten.

Dies sind zwar nur zögerliche

und recht kleine Schritte,

aber zumindest stimmt die Richtung.

Und so kommen wir zum Jahr 2010.

Die Nuklearfragen stehen im Rampenlicht.

Wird dies ein Schlüsseljahr in

der nuklearen Odyssee?

Wenn man alles zusammenzählt,

was auf dem Tisch liegt,

die zwei Konferenzen,

das Gipfeltreffen zur nuklearen Sicherheit

und die Überprüfungskonferenz im Mai,

dann gibt es noch Fragen zu anderen Themen,

darunter das große Problem im Iran.

Wenn wir dieses Jahr mit positiven

Ergebnissen an den meisten Fronten

überstehen, kann das Moment

aufrechterhalten werden.

Die Überprüfung der Haltung in

Nuklearfragen in den USA ist wichtig;

es hat bereits eine in Russland gegeben.

Ich denke jedoch nicht, dass es

ein ausschlaggebendes Jahr wird.

Die Welt weiß,

dass die US-Regierung

gerne Abrüstung sähe.

Dafür gäbe es eine

gewisse Vergebung.

Es gäbe also jetzt

eine Art Auszeit.

Ungeachtet der 2010

erzielten Fortschritte

bleiben manche nukleare

Bedrohungen völlig unvorhersehbar.

Ich sorge mich um Indien und Pakistan.

Falls es einen weiteren Mumbai-Anschlag,

einen großen Terroranschlag

in Indien gibt,

hat Indien gesagt, dass es

nicht zurückschrecken wird

und Pakistan wegen der Unterstützung von

Terrororganisationen eine Lektion erteilen wird.

Pakistan sagt:

Wir haben auf die USA gehört,

wir haben Kräfte nach Afghanistan verlegt,

um dort zu kämpfen.

Wir sind Indien gegenüber verwundbar.

Wenn also Indien versucht, uns eine Lektion

zu erteilen, werden wir Atomwaffen einsetzen.

Da ein Terroranschlag in Indien

viel wahrscheinlicher ist

als dass Al-Qaida Kernwaffen erwirbt,

sorge ich ich viel mehr um einen nuklearen

Konflikt zwischen Indien und Pakistan,

den eigentlich keines der beiden Länder will.

Wie ein Damoklesschwert hängt

die nukleare Zerstörung

seit Mitte der 1940er Jahre

über der Welt.

Doch es ist nie ein Atomkrieg

ausgebrochen. Warum nicht?

Dass es in den vergangenen 65 Jahren

zu keiner nuklearen Katastrophe gekommen ist,

ist reines Glück.

Es hat nichts mit guten Führungsqualitäten

oder der inhärenten Stabilität

des Atomwaffen-Abrüstungssystems zu tun.

Es ist reines Glück.

Wir haben seit 65 Jahren Schwein gehabt

und keinen Atomkrieg gesehen.

Es wäre unvernünftig zu glauben,

dass dieses Glück ewig hält.

Geschichten über Beinahe-Katastrophen im

Kalten Krieg gibt es viele.

Meine Lieblingsgeschichte stammt

aus der Zeit der Kubakrise,

als sich Kernwaffen auf

kubanischem Boden

und auf sowjetischen U-Booten

in dieser Region befanden -

nicht nur die eine auf dem Schiff,

das gestoppt wurde.

Im Zuge dieser Seeblockade

warfen die USA

Unterwasserbomben ab, um zu

zeigen, dass sie es ernst meinten.

Diese Bomben sollten aber

nichts zerstören.

Eine dieser Bomben zerstörte

das Kommunikationssystem

eines sowjetischen U-Boots,

und laut Protokoll musste die

Entscheidung über den Einsatz

von Kernwaffen von den drei

Führungsoffizieren des U-Boots

getroffen werden, wenn die

Kommunikation ausgefallen war und

das U-Boot nicht wusste, ob

Kriegszustand herrschte.

Bei der Abstimmung, ob der

mit einer Kernwaffe bestückte Torpedo

abgefeuert würde, entschied man sich

mit 2:1 Stimme dagegen.

Der Dritte Weltkrieg wurde demnach

von einem russischen Seemann verhindert.

Während des Kalten Kriegs galt

die Abschreckung als nationales Interesse.

Nun sehen manche das

Gegenteil als richtig an.

Wir sind diejenigen, die

von Terroristen oder

revolutionären Staaten

angegriffen werden.

Es liegt also in unserem

grundlegenden nationalen Interesse,

alle Länder von der Herstellung

dieser Waffen abzubringen.

Welchen Nutzen Kernwaffen auch

als stabilisierender Faktor im

Kalten Krieg gehabt haben mögen,

die Aufrechterhaltung von

Kernwaffen im 21. Jahrhundert

verursacht viel mehr Probleme,

als es dies wert ist.

Kernwaffen dienen

primär als Abschreckungsmittel,

aber abgesehen davon fragt man sich,

wie nützlich und sicher sie sind.

Militärs in aller Welt

mögen sie nicht,

weil diese Waffen Geld von anderen,

nützlicheren Dingen abziehen

und weil sie nicht glauben,

dass sie die Waffen einsetzen können.

Sie sind also ziemlich nutzlos,

und dennoch bedrohen sie uns alle.

Es gibt immer noch 2000

Waffen in Alarmbereitschaft.

Wir haben Steuerungs-

und Kontrollsysteme,

die nicht viel besser sind

als während des Kalten Krieges,

und in manchen Ländern, die jetzt

Kernwaffen besitzen, völlig unzureichend.

Und wir leben mit der Aussicht

auf einen ausgefeilten Cyber-Angriff.

Fehlinformationen werden in Systeme

eingespeist, verursachen Verwirrung,

Angst, möglicherweise Maschinen-

und menschliche Fehler.

Die USA und Russland sind

Teil einer Koalition, die darauf besteht,

dass die Islamische Republik Iran

Konsequenzen tragen muss.

Diese veränderte Sichtweise

hat zu einer neuen Haltung

in Abrüstungs- und

Verbreitungsfragen geführt.

Ich glaube nicht, dass das Problem

schlimmer als früher ist.

Wir haben weniger Verwendung

für Atomwaffen.

Daher sind wir weniger geneigt,

Atomwaffen zu verteidigen,

und wir finden sie

eher problematisch.

Wenn also jemand anders sie will,

scheint uns das viel schlimmer.

Die zwei führenden

Atommächte

haben sich verpflichtet, den Weg

zu einer Nulllösung zu beschreiten.

Dies sind zwar nur zögerliche

und recht kleine Schritte,

aber zumindest stimmt die Richtung.

Und so kommen wir zum Jahr 2010.

Die Nuklearfragen stehen im Rampenlicht.

Wird dies ein Schlüsseljahr in

der nuklearen Odyssee?

Wenn man alles zusammenzählt,

was auf dem Tisch liegt,

die zwei Konferenzen,

das Gipfeltreffen zur nuklearen Sicherheit

und die Überprüfungskonferenz im Mai,

dann gibt es noch Fragen zu anderen Themen,

darunter das große Problem im Iran.

Wenn wir dieses Jahr mit positiven

Ergebnissen an den meisten Fronten

überstehen, kann das Moment

aufrechterhalten werden.

Die Überprüfung der Haltung in

Nuklearfragen in den USA ist wichtig;

es hat bereits eine in Russland gegeben.

Ich denke jedoch nicht, dass es

ein ausschlaggebendes Jahr wird.

Die Welt weiß,

dass die US-Regierung

gerne Abrüstung sähe.

Dafür gäbe es eine

gewisse Vergebung.

Es gäbe also jetzt

eine Art Auszeit.

Ungeachtet der 2010

erzielten Fortschritte

bleiben manche nukleare

Bedrohungen völlig unvorhersehbar.

Ich sorge mich um Indien und Pakistan.

Falls es einen weiteren Mumbai-Anschlag,

einen großen Terroranschlag

in Indien gibt,

hat Indien gesagt, dass es

nicht zurückschrecken wird

und Pakistan wegen der Unterstützung von

Terrororganisationen eine Lektion erteilen wird.

Pakistan sagt:

Wir haben auf die USA gehört,

wir haben Kräfte nach Afghanistan verlegt,

um dort zu kämpfen.

Wir sind Indien gegenüber verwundbar.

Wenn also Indien versucht, uns eine Lektion

zu erteilen, werden wir Atomwaffen einsetzen.

Da ein Terroranschlag in Indien

viel wahrscheinlicher ist

als dass Al-Qaida Kernwaffen erwirbt,

sorge ich ich viel mehr um einen nuklearen

Konflikt zwischen Indien und Pakistan,

den eigentlich keines der beiden Länder will.

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