Madeleine K. Albright, Vorsitzende, NATO Strategic Concept Expert Group

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Ansichten und Interviews: Video 1

Wie lauten die persönlichen Ansichten einiger Personen, die mit der Ausarbeitung des neuen Strategischen Konzepts befasst sind? Wie weit kann es gehen? In diesem Abschnitt stellen wir persönliche Interviews mit einigen der wichtigsten Beteiligten vor.

 Untertitel: An / Aus

Ansichten und Interviews

Wie lauten die persönlichen Ansichten einiger Personen, die mit der Ausarbeitung des neuen Strategischen Konzepts befasst sind? Wie weit kann es gehen? In diesem Abschnitt stellen wir persönliche Interviews mit einigen der wichtigsten Beteiligten vor.

Frau Außenminister, warum bedarf es jetzt

eines neuen Strategischen Konzepts für die NATO?

Und welche Rolle spielt die Expertengruppe,

der Sie vorsitzen?

Zuletzt wurde 1999, vor zehn Jahren, ein

Strategisches Konzept erstellt.

Auf dem Gipfel zum 60. Jahrestag

der NATO in Straßburg/Kehl

beschlossen die Staatschefs,

dass es sinnvoll wäre,

ein neues Konzept zu erstellen,

das auf die Themen des 21. Jahrhundert eingeht.

Die NATO ist ein brilliantes Bündnis,

das 1949 gegründet wurde und

im Laufe der Jahre seinen Auftrag

und seine Mission

an die Gegebenheiten angepasst hat.

Zweifellos war es sinnvoll, dass wir

im 21. Jahrhundert, im Jahr 2009,

mit einem neuen Strategischen Konzept

nach vorne blicken.

Einige Sicherheitsthemen, um die die

NATO sich kümmern muss, sind globaler Natur.

Inwiefern beabsichtigen die Experten,

interne und externe Ansichten einzuholen?

Nun, wir möchten mit dieser Gruppe

beginnen, die unabhängig ist.

Wir wurden von unseren Ländern ernannt,

vertreten jedoch keine nationalen

Standpunkte.

Dies ist die Kerngruppe.

Da die Themen jedoch global sind,

ist es wichtig,

viele externe Ansichten einzuholen.

Außerdem ist nicht jedes

Mitglied der NATO

in der Expertengruppe vertreten.

Wir werden also unsere Fühler ausstrecken.

Und wir möchten verstehen,

welche Themen der Rest der Welt

sieht und wie er sich in die

ergriffenen Beschlüsse einfügen würde.

Viele aktuelle und künftige Bedrohungen

kommen von nicht-staatlichen Akteuren.

Ist es Aufgabe des Strategischen Konzepts,

der NATO als Staatenbündnis

dabei zu helfen, diesen nicht-staatlichen

Bedrohungen entgegenzutreten?

Unsere Gruppe hat sich noch

nicht getroffen.

Ich möchte mir kein Voraburteil

über unsere Sichtweise erlauben,

aber aus meiner persönlichen Erfahrung

denke ich, dass es sehr wichtig ist zu begreifen,

welche Herausforderungen das 21. Jahrhundert

birgt und dass diese anders sind als zuvor.

Nicht-staatliche Akteure stellen einen

gänzlich anderen Ansatz dar,

aber andererseits handeln wir weiterhin

in einem auf Staaten beruhenden System,

und es sind die Staaten, die

entweder in Bündnissen oder

durch internationale Organisationen

mit diesen Bedrohungen umgehen müssen.

Nicht-staatliche Akteure stellen auf

vielfache Weise Herausforderungen dar.

Aber die Staaten müssen weiterhin

die Grundlage des Umgangs damit bleiben.

Wie schwierig wird es sein, ein Gleichgewicht

zwischen langfristigen Bedrohungen

wie dem Klimawandel und den

dringlichen Bedrohungen unserer Tage

wie Afghanistan zu finden?

Dies ist eine der schwierigsten Fragen

für Politiker.

Wir alle, ob innerhalb oder

außerhalb der Regierungen

oder Experten oder Repräsentanten

von Ländern,

müssen mit den unmittelbaren

Herausforderungen umgehen

und zugleich die Verantwortung dafür

tragen, dass wir verstehen,

dass die langfristigen Themen

uns Probleme bereiten werden.

Ich denke, wir müssen also

Überlegungen dazu anstellen,

welche unmittelbaren Themen anstehen,

aber gleichzeitig auf die

Zukunft achten und verstehen,

was die Probleme auf dem Gebiet

der Energiesicherheit,

der Cyber-Kriminalität oder des

Umweltschutzes sein werden,

eine Fülle von Fragen.

Die Gruppe wird versuchen

festzustellen,

wie viel wir tun müssen. Ich denke, dass

es sehr wichtig ist, vorauszuschauen.

Was bei der NATO im Allgemeinen

so erstaunlich gewesen ist,

ist nicht das, wogegen wir sind, sondern

das, wofür wir sind,

und zu verstehen, wie die internationale

Gemeinschaft künftige Bedrohungen auffasst.

Wir müssen jedoch herausfinden, wie

wir arbeiten werden.

Sie sagten, dass das neue Strategische

Konzept der Tatsache Rechnung tragen muss,

dass die NATO mit anderen Organisationen

wie EU und UNO zusammenarbeiten

und sich zuweilen auf diese verlassen muss.

Kann das neue Konzept die Grundlage

für eine bessere Koordinierung bilden?

Dies führt wieder zu Ihrer

letzten Frage zurück.

Die unmittelbaren sowie die

mittel- und langfristigen Bedrohungen

können nicht von einer Organisation oder

von einem Land allein gelöst werden.

Es müssen sich eine Reihe von

Partnerschaften entwickeln.

Und die UNO ist so konzipiert,

dass sie die Bedeutung regionaler

Organisationen anerkennt.

Die Beziehung zwischen der EU und

der NATO ist offenkundig sehr wichtig.

Aspekte verschiedener Missionen

machen Zusammenarbeit erforderlich.

Dies ist bereits der Fall, ob auf dem

Balkan oder in Afghanistan.

Ein Ausbau dieser Beziehungen

wird Teil der Arbeiten der

Experten sein und offensichtlich

ein Teil der Arbeit,

auf die das neue Strategische

Konzept eingehen muss.

Falls die NATO sich im Zuge des neuen

Strategischen Konzepts dahin entwickelt,

umfassender mit diesen anderen

Organisationen zusammenzuarbeiten,

welche Garantien gibt es, dass diese

Organisationen diesen Wandel mitvollziehen?

Es gibt keine Garantien.

Ich denke aber, dass wir

viele unserer Ideen zusammen

weiterentwickeln können,

wenn wir gute Arbeit leisten und

andere Länder sowie

nicht-staatliche Akteure einbinden können.

Der andere wichtige Teil ist,

dass unsere Öffentlichkeit

begreift, was geschieht. Die NATO ist

ein Bündnis demokratischer Staaten.

Was bedeutet, dass die

Öffentlichkeit verstehen muss.

Und viele dieser Organisationen sind

demokratisch aufgebaut, sicherlich die EU.

Daher benötigen wir einen

echten Dialog darüber,

wie wir uns gemeinsam weiterentwickeln

und wie die Öffentlichkeit dies unterstützt.

Wie fundamental ist dieses Konzept

für die Zukunft der NATO?

Ist es nur eine Aktualisierung

oder ein Neuanfang?

In meinen Reden am 7. Juli sagte ich,

dass es nicht darum geht, alles in die Luft

zu sprengen und neu zu erfinden.

Es geht eher darum, Dinge zu verfeinern.

Es gibt allerdings einige grundlegende

Themen, über die wir reden müssen,

weil die Bedrohungen im 21.

Jahrhundert anders gelagert sind

als die, aufgrund derer die NATO

gegründet wurde,

und ich hoffe, dass die Expertengruppe

sich mit einigen grundlegenden Themen

befassen wird, ohne die Grundlagen

der NATO aus den Augen zu verlieren,

die ein Bündnis von Ländern mit

ähnlichen Werten ist,

die ein politisches und ein

militärisches Ziel verfolgen.

In Bezug auf die fundamentalen

Kernfragen:

Wie zentral werden die Diskussionen über

Artikel 5, über die kollektive Verteidigung sein?

Diese Diskussion wird an zentraler Stelle stehen.

Artikel 5 ist zentral, genau wie Artikel 4

über die Bedeutung von

Konsultationen und andere Teile.

Wenn man sich den Vertrag

von Washington anschaut,

wie elegant er ist und wie schlüssig

die Artikel zusammengefügt sind,

und dass man nicht einfach...

Während Artikel 5 eindeutig

eine zentrale Rolle für das Konzept spielt,

dass sie alle aufeinander aufbauen,

daher...

Ich hoffe, dass wir den Vertrag

von Washington neu lesen

und sehen, wie sorgfältig er

aufeinander aufbaut.

Sie reden von einer weit

reichenden Diskussion.

Wird auch die Entscheidungsfindung

bei der NATO zur Sprache kommen?

Ich habe bereits Diskussionen

mit Leuten geführt -

einige sorgen sich um die Mechanismen

der Entscheidungsfindung,

aber ich möchte mir kein Voraburteil

über unsere Arbeit erlauben.

Es gibt viele Elemente.

Offenkundig ist dies eine

unabhängige Expertengruppe,

doch wir möchten von den

Ständigen Vertretern hören,

wir möchten sicherstellen, dass

es weit reichende Konsultationen gibt,

und da die NATO gewachsen ist, ist

die Entscheidungsfindung problematisch.

Aber wir werden sehen, wie die

Expertengruppe dies angehen wird.

Sie sagten, dass wir unsere Aktionen

überzeugend darstellen müssen.

Es galt, weit weniger Leute davon zu überzeugen,

als die NATO gegründet wurde,

und in den folgenden Jahren

verstanden diese, warum es sie immer noch gab.

Dies ist ein zentrales

Element,

um den Leuten begreiflich zu

machen, warum wir tun, was wir tun.

Wird das Element der Public

Diplomacy des Konzepts wichtig sein?

Ich denke, dies ist ein sehr wichtiger

Teil, da wir demokratische Staaten sind,

was voraussetzt, dass die Menschen

das Konzept unterstützen und verstehen,

was auch ein Grund dafür ist, kein sehr

schwülstiges Dokument aufzusetzen,

und dafür, dass der Vertrag

von Washington

wirklich ganz simpel

aufgesetzt ist.

Harry Truman war dafür bekannt,

einfach zu reden - so fing es an.

Und ich denke, dass wir

einen Aspekt der

Public Diplomacy einfließen

lassen müssen.

Ich glaubte sehr stark

daran als Außenministerin,

dass es sehr wichtig ist, einen

echten Dialog zu führen, Fragen

beantworten zu können und einen

transparenten Prozess zu haben.

Wir haben schon mal um Fragen

an Sie gebeten.

Wenn ich Ihnen also ein paar

Fragen der Öffentlichkeit stellen dürfte?

Die erste kommt von Gerrard Smadger

aus Frankreich, der fragt:

Sollte es Aufgabe der Organisation sein,

den sicheren Zugang aller NATO-

Mitgliedstaaten zu natürlichen

Ressourcen sicherzustellen?

Dies ist eines der Themen, das uns

in diesem Jahrhundert länger beschäftigen

wird, die Energiefrage und wie wir

mit der Umwelt umgehen

und ob wir natürliche Ressourcen

erschöpfen.

Aber dies ist eine Frage, die

den anderen Experten gestellt

werden sollte, um zu sehen, wie weit

reichend wir arbeiten möchten.

Im 21. Jahrhundert wird es immer wieder

um die Erschöpfung von Ressourcen gehen,

daher ist dies eine gute

und interessante Frage.

Die letzte Frage betrifft

das Geschlecht der Gruppenmitglieder.

Über dieses Thema haben

Gruppen weiser Männer diskutiert,

nun ist es eine Expertengruppe,

und Raymond Lloyd stellt eine Frage

betreffend die Rolle von Frauen.

Im Oktober 2000 bat die UNO

um volle Beteiligung von Frauen

an der Konfliktlösung und an

friedensbildenden Maßnahmen.

Wie kann die NATO dies besser

umsetzen?

Es ist sehr wichtig, dass unsere

Gruppe weitere Frauen umfasst.

Im allgemeinen denke ich, dass

Gesellschaften stabiler sind und

besser mit der Konfliktlösung

zurechtkommen,

wenn Frauen aktiv an Politik und

Wirtschaft teilnehmen.

Und ich denke, dass es

wichtig ist,

mehr als die Hälfte der Bevölkerung

in allen Ländern besser zu beteiligen.

Es ist wichtig, Frauen an Verhandlungen

zur Konfliktlösung und an den verschiedenen

Aspekten der Arbeit, die Teil der

NATO-Agenda ist, zu beteiligen.

Die Menschen können darauf zählen,

dass ich diese Themen zur Sprache bringe.

Frau Außenminister, vielen Dank.

- Danke.

Frau Außenminister, warum bedarf es jetzt

eines neuen Strategischen Konzepts für die NATO?

Und welche Rolle spielt die Expertengruppe,

der Sie vorsitzen?

Zuletzt wurde 1999, vor zehn Jahren, ein

Strategisches Konzept erstellt.

Auf dem Gipfel zum 60. Jahrestag

der NATO in Straßburg/Kehl

beschlossen die Staatschefs,

dass es sinnvoll wäre,

ein neues Konzept zu erstellen,

das auf die Themen des 21. Jahrhundert eingeht.

Die NATO ist ein brilliantes Bündnis,

das 1949 gegründet wurde und

im Laufe der Jahre seinen Auftrag

und seine Mission

an die Gegebenheiten angepasst hat.

Zweifellos war es sinnvoll, dass wir

im 21. Jahrhundert, im Jahr 2009,

mit einem neuen Strategischen Konzept

nach vorne blicken.

Einige Sicherheitsthemen, um die die

NATO sich kümmern muss, sind globaler Natur.

Inwiefern beabsichtigen die Experten,

interne und externe Ansichten einzuholen?

Nun, wir möchten mit dieser Gruppe

beginnen, die unabhängig ist.

Wir wurden von unseren Ländern ernannt,

vertreten jedoch keine nationalen

Standpunkte.

Dies ist die Kerngruppe.

Da die Themen jedoch global sind,

ist es wichtig,

viele externe Ansichten einzuholen.

Außerdem ist nicht jedes

Mitglied der NATO

in der Expertengruppe vertreten.

Wir werden also unsere Fühler ausstrecken.

Und wir möchten verstehen,

welche Themen der Rest der Welt

sieht und wie er sich in die

ergriffenen Beschlüsse einfügen würde.

Viele aktuelle und künftige Bedrohungen

kommen von nicht-staatlichen Akteuren.

Ist es Aufgabe des Strategischen Konzepts,

der NATO als Staatenbündnis

dabei zu helfen, diesen nicht-staatlichen

Bedrohungen entgegenzutreten?

Unsere Gruppe hat sich noch

nicht getroffen.

Ich möchte mir kein Voraburteil

über unsere Sichtweise erlauben,

aber aus meiner persönlichen Erfahrung

denke ich, dass es sehr wichtig ist zu begreifen,

welche Herausforderungen das 21. Jahrhundert

birgt und dass diese anders sind als zuvor.

Nicht-staatliche Akteure stellen einen

gänzlich anderen Ansatz dar,

aber andererseits handeln wir weiterhin

in einem auf Staaten beruhenden System,

und es sind die Staaten, die

entweder in Bündnissen oder

durch internationale Organisationen

mit diesen Bedrohungen umgehen müssen.

Nicht-staatliche Akteure stellen auf

vielfache Weise Herausforderungen dar.

Aber die Staaten müssen weiterhin

die Grundlage des Umgangs damit bleiben.

Wie schwierig wird es sein, ein Gleichgewicht

zwischen langfristigen Bedrohungen

wie dem Klimawandel und den

dringlichen Bedrohungen unserer Tage

wie Afghanistan zu finden?

Dies ist eine der schwierigsten Fragen

für Politiker.

Wir alle, ob innerhalb oder

außerhalb der Regierungen

oder Experten oder Repräsentanten

von Ländern,

müssen mit den unmittelbaren

Herausforderungen umgehen

und zugleich die Verantwortung dafür

tragen, dass wir verstehen,

dass die langfristigen Themen

uns Probleme bereiten werden.

Ich denke, wir müssen also

Überlegungen dazu anstellen,

welche unmittelbaren Themen anstehen,

aber gleichzeitig auf die

Zukunft achten und verstehen,

was die Probleme auf dem Gebiet

der Energiesicherheit,

der Cyber-Kriminalität oder des

Umweltschutzes sein werden,

eine Fülle von Fragen.

Die Gruppe wird versuchen

festzustellen,

wie viel wir tun müssen. Ich denke, dass

es sehr wichtig ist, vorauszuschauen.

Was bei der NATO im Allgemeinen

so erstaunlich gewesen ist,

ist nicht das, wogegen wir sind, sondern

das, wofür wir sind,

und zu verstehen, wie die internationale

Gemeinschaft künftige Bedrohungen auffasst.

Wir müssen jedoch herausfinden, wie

wir arbeiten werden.

Sie sagten, dass das neue Strategische

Konzept der Tatsache Rechnung tragen muss,

dass die NATO mit anderen Organisationen

wie EU und UNO zusammenarbeiten

und sich zuweilen auf diese verlassen muss.

Kann das neue Konzept die Grundlage

für eine bessere Koordinierung bilden?

Dies führt wieder zu Ihrer

letzten Frage zurück.

Die unmittelbaren sowie die

mittel- und langfristigen Bedrohungen

können nicht von einer Organisation oder

von einem Land allein gelöst werden.

Es müssen sich eine Reihe von

Partnerschaften entwickeln.

Und die UNO ist so konzipiert,

dass sie die Bedeutung regionaler

Organisationen anerkennt.

Die Beziehung zwischen der EU und

der NATO ist offenkundig sehr wichtig.

Aspekte verschiedener Missionen

machen Zusammenarbeit erforderlich.

Dies ist bereits der Fall, ob auf dem

Balkan oder in Afghanistan.

Ein Ausbau dieser Beziehungen

wird Teil der Arbeiten der

Experten sein und offensichtlich

ein Teil der Arbeit,

auf die das neue Strategische

Konzept eingehen muss.

Falls die NATO sich im Zuge des neuen

Strategischen Konzepts dahin entwickelt,

umfassender mit diesen anderen

Organisationen zusammenzuarbeiten,

welche Garantien gibt es, dass diese

Organisationen diesen Wandel mitvollziehen?

Es gibt keine Garantien.

Ich denke aber, dass wir

viele unserer Ideen zusammen

weiterentwickeln können,

wenn wir gute Arbeit leisten und

andere Länder sowie

nicht-staatliche Akteure einbinden können.

Der andere wichtige Teil ist,

dass unsere Öffentlichkeit

begreift, was geschieht. Die NATO ist

ein Bündnis demokratischer Staaten.

Was bedeutet, dass die

Öffentlichkeit verstehen muss.

Und viele dieser Organisationen sind

demokratisch aufgebaut, sicherlich die EU.

Daher benötigen wir einen

echten Dialog darüber,

wie wir uns gemeinsam weiterentwickeln

und wie die Öffentlichkeit dies unterstützt.

Wie fundamental ist dieses Konzept

für die Zukunft der NATO?

Ist es nur eine Aktualisierung

oder ein Neuanfang?

In meinen Reden am 7. Juli sagte ich,

dass es nicht darum geht, alles in die Luft

zu sprengen und neu zu erfinden.

Es geht eher darum, Dinge zu verfeinern.

Es gibt allerdings einige grundlegende

Themen, über die wir reden müssen,

weil die Bedrohungen im 21.

Jahrhundert anders gelagert sind

als die, aufgrund derer die NATO

gegründet wurde,

und ich hoffe, dass die Expertengruppe

sich mit einigen grundlegenden Themen

befassen wird, ohne die Grundlagen

der NATO aus den Augen zu verlieren,

die ein Bündnis von Ländern mit

ähnlichen Werten ist,

die ein politisches und ein

militärisches Ziel verfolgen.

In Bezug auf die fundamentalen

Kernfragen:

Wie zentral werden die Diskussionen über

Artikel 5, über die kollektive Verteidigung sein?

Diese Diskussion wird an zentraler Stelle stehen.

Artikel 5 ist zentral, genau wie Artikel 4

über die Bedeutung von

Konsultationen und andere Teile.

Wenn man sich den Vertrag

von Washington anschaut,

wie elegant er ist und wie schlüssig

die Artikel zusammengefügt sind,

und dass man nicht einfach...

Während Artikel 5 eindeutig

eine zentrale Rolle für das Konzept spielt,

dass sie alle aufeinander aufbauen,

daher...

Ich hoffe, dass wir den Vertrag

von Washington neu lesen

und sehen, wie sorgfältig er

aufeinander aufbaut.

Sie reden von einer weit

reichenden Diskussion.

Wird auch die Entscheidungsfindung

bei der NATO zur Sprache kommen?

Ich habe bereits Diskussionen

mit Leuten geführt -

einige sorgen sich um die Mechanismen

der Entscheidungsfindung,

aber ich möchte mir kein Voraburteil

über unsere Arbeit erlauben.

Es gibt viele Elemente.

Offenkundig ist dies eine

unabhängige Expertengruppe,

doch wir möchten von den

Ständigen Vertretern hören,

wir möchten sicherstellen, dass

es weit reichende Konsultationen gibt,

und da die NATO gewachsen ist, ist

die Entscheidungsfindung problematisch.

Aber wir werden sehen, wie die

Expertengruppe dies angehen wird.

Sie sagten, dass wir unsere Aktionen

überzeugend darstellen müssen.

Es galt, weit weniger Leute davon zu überzeugen,

als die NATO gegründet wurde,

und in den folgenden Jahren

verstanden diese, warum es sie immer noch gab.

Dies ist ein zentrales

Element,

um den Leuten begreiflich zu

machen, warum wir tun, was wir tun.

Wird das Element der Public

Diplomacy des Konzepts wichtig sein?

Ich denke, dies ist ein sehr wichtiger

Teil, da wir demokratische Staaten sind,

was voraussetzt, dass die Menschen

das Konzept unterstützen und verstehen,

was auch ein Grund dafür ist, kein sehr

schwülstiges Dokument aufzusetzen,

und dafür, dass der Vertrag

von Washington

wirklich ganz simpel

aufgesetzt ist.

Harry Truman war dafür bekannt,

einfach zu reden - so fing es an.

Und ich denke, dass wir

einen Aspekt der

Public Diplomacy einfließen

lassen müssen.

Ich glaubte sehr stark

daran als Außenministerin,

dass es sehr wichtig ist, einen

echten Dialog zu führen, Fragen

beantworten zu können und einen

transparenten Prozess zu haben.

Wir haben schon mal um Fragen

an Sie gebeten.

Wenn ich Ihnen also ein paar

Fragen der Öffentlichkeit stellen dürfte?

Die erste kommt von Gerrard Smadger

aus Frankreich, der fragt:

Sollte es Aufgabe der Organisation sein,

den sicheren Zugang aller NATO-

Mitgliedstaaten zu natürlichen

Ressourcen sicherzustellen?

Dies ist eines der Themen, das uns

in diesem Jahrhundert länger beschäftigen

wird, die Energiefrage und wie wir

mit der Umwelt umgehen

und ob wir natürliche Ressourcen

erschöpfen.

Aber dies ist eine Frage, die

den anderen Experten gestellt

werden sollte, um zu sehen, wie weit

reichend wir arbeiten möchten.

Im 21. Jahrhundert wird es immer wieder

um die Erschöpfung von Ressourcen gehen,

daher ist dies eine gute

und interessante Frage.

Die letzte Frage betrifft

das Geschlecht der Gruppenmitglieder.

Über dieses Thema haben

Gruppen weiser Männer diskutiert,

nun ist es eine Expertengruppe,

und Raymond Lloyd stellt eine Frage

betreffend die Rolle von Frauen.

Im Oktober 2000 bat die UNO

um volle Beteiligung von Frauen

an der Konfliktlösung und an

friedensbildenden Maßnahmen.

Wie kann die NATO dies besser

umsetzen?

Es ist sehr wichtig, dass unsere

Gruppe weitere Frauen umfasst.

Im allgemeinen denke ich, dass

Gesellschaften stabiler sind und

besser mit der Konfliktlösung

zurechtkommen,

wenn Frauen aktiv an Politik und

Wirtschaft teilnehmen.

Und ich denke, dass es

wichtig ist,

mehr als die Hälfte der Bevölkerung

in allen Ländern besser zu beteiligen.

Es ist wichtig, Frauen an Verhandlungen

zur Konfliktlösung und an den verschiedenen

Aspekten der Arbeit, die Teil der

NATO-Agenda ist, zu beteiligen.

Die Menschen können darauf zählen,

dass ich diese Themen zur Sprache bringe.

Frau Außenminister, vielen Dank.

- Danke.

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