Vorwort
Auf dem Höhepunkt einer Reihe bedeutender Jahrestage konzentriert sich die vorliegende Ausgabe des NATO Briefs auf eine Auswahl der bedeutendsten Beziehungen des Bündnisses sowie auf einige Strukturen, die den Partnerschaftsbeziehungen der NATO zugrunde liegen.

In den letzten Jahren sind diese Beziehungen für die Bemühungen des Bündnisses um Sicherheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit im euro-atlantischen Raum und darüber hinaus immer wichtiger geworden.

Da sich die geopolitischen Rahmenbedingungen nach dem Ende des Kalten Krieges und dann erneut nach dem 11. September 2001 geändert haben, sind auch die Partnerschaftsprogramme der NATO entsprechend dem neuen Umfeld ausgeweitet und weiterentwickelt worden. Diese Programme haben einen offenen Dialog, ein besseres Verständnis füreinander und ein gemeinsames Vorgehen mit ehemaligen Gegnern ermöglicht, die konkrete Sicherheitszusammenarbeit mit Partnerstaaten erleichtert, Beitrittskandidaten auf dem Weg in die NATO-Mitgliedschaft unterstützt und zu einer übergreifenden Kultur euro-atlantischer Sicherheit, Stabilität und Zusammenarbeit beigetragen.

Dieses Jahr begehen wir den zehnten Jahrestag der NATO-Russland-Grundakte wie auch den fünften Jahrestag der Gründung des NATO-Russland-Rates (NATO-Russia Council – NRC). Dmitri Trenin skizziert einen möglichen künftigen Weg für die Beziehungen zu Russland, während Paul Fritch rückblickend die Erfolge des NRC erläutert.

Robert Simmons würdigt die zehnjährige erfolgreiche Arbeit des Euro-Atlantischen Partnerschaftsrats (EAPC – Euro-Atlantic Partnership Council), und Professor Grigorij Perepelytsia erörtert zum zehnten Jahrestag der Unterzeichnung der Charta über eine ausgeprägte Partnerschaft zwischen der NATO und der Ukraine die Schritte der Ukraine auf dem Weg zur Integration in euro-atlantische Strukturen. Der ehemalige polnische Präsident Lech Wałęsa würdigt den zehnten Jahrestag der Beitrittseinladung der NATO an Polen.

Professor Adrian Pop plädiert für eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen der NATO und der EU, und im Interview wird Generalleutnant David Leakey, Generaldirektor des EU-Militärstabs, zu den militärischen Entwicklungen in der EU sowie zur Zusammenarbeit der EU mit der NATO befragt.

Dr. Amadeo Watkins und Srdjan Gligorijevic setzen sich für ein stärkeres NATO-Engagement auf dem westlichen Balkan ein, während sich Dr. Masako Ikegami mit der möglichen Rolle des Bündnisses bei der Verbesserung der Sicherheit Ostasiens befasst.

Neben den Artikeln zu den Partnerschaften der NATO untersucht Adrian Kendry die Finanzierungsmechanismen des internationalen Terrorismus, und François Le Blévennec berichtet am 40. Jahrestag der Verlegung des Bündnissitzes von Paris nach Brüssel über die Schwierigkeiten und Komplikationen des „großen Umzugs“.
...nach oben...