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Militärisches

Terrorismusbekämpfung mit Hilfe neuer Technologien

Marshall Billingslea untersucht die Vorgehensweise der NATO bei der Entwicklung von Technologien zur Bekämpfung immer ausgeklügelterer Formen des Terrorismus.


Die NATO prüft nun, wie Technologien wie z.B. Airbags
und Flak-sichere Sitze in jetzige und künftige
Generationen von Drehflüglern eingebaut werden
können. (© Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten)

Das destruktive Potential von Terrorgruppen nimmt stetig zu, denn Terroristen erweisen sich bei der Verfolgung ihrer Ziele als geschickte Nutzer moderner Technologien. Als Reaktion darauf arbeiten die NATO-Mitgliedstaaten zusammen, um neue, bessere Technologien zur Bekämpfung dieser Bedrohung zu entwickeln, die immer ausgeklügeltere Formen annimmt.

Die Anschläge auf die Vereinigten Staaten vom 11. September 2001 sind ein furchtbares Beispiel dafür, wie moderne Technologien - Linienflugzeuge, die entführt und zu Marschflugkörpern umfunktioniert wurden - für terroristische Zwecke missbraucht werden können. Mit Hilfe des Internets haben Terroristen zudem raffinierte und vielseitige Kommunikationsmethoden entwickelt. Zudem haben sie bewiesen, dass sie genügend Fachkenntnisse haben, um Sprengladungen aus einem breiten Spektrum von Vorrichtungen (von Handys bis zu Türklingeln) und Materialien (von militärischen Sprengstoffen über handelsübliche Dynamitformen bis hin zu von ihnen selbst zubereiteten Kunstdüngermischungen) herzustellen. Darüber hinaus sind sie in der Lage, äußerst raffinierte chemische Sprengstoffe zu Alltagsgegenständen umzubauen.

Noch besorgniserregender ist das Interesse dieser Gruppen an chemischen und biologischen Waffen sowie an radiologischen (und vermutlich) nuklearen Systemen. Die Anführer terroristischer Vereinigungen haben deutlich ihren Wunsch zum Ausdruck gebracht, Massenvernichtungswaffen zu erwerben und auch einzusetzen. Dies ist zweifellos ein Anlass zu ernster Besorgnis und eine Gefahr für alle Staaten.

Auf dem Istanbuler Gipfel verabschiedeten die Staats- und Regierungschefs der NATO-Mitglieder neben anderen Beschlüssen zur Verbesserung des Antiterrordispositivs des Bündnisses förmlich ein Arbeitsprogramm zur Terrorismusabwehr. Dieses Programm wurde von den Nationalen Rüstungsdirektoren der NATO, die zweimal jährlich als "Konferenz der Nationalen Rüstungsdirektoren" (CNAD) zusammentreten, in die Wege geleitet worden und zielt darauf ab, die Sachkompetenz und die Forschungsprogramme der einzelnen Mitgliedstaaten auf die Entwicklung neuer, besserer Antiterrortechnologien auszurichten.

Das Arbeitsprogramm zur Terrorismusabwehr konzentriert sich in den ersten Phasen auf die Entwicklung von neun Systemen, die zur Verhinderung bestimmter Formen von Terroranschlägen beitragen und die Streitkräfte mit neuen, hochmodernen Technologien ausstatten sollen, mit denen sie Terroristen aufspüren, stören und verfolgen können.

Insbesondere wird die Initiative NATO-Streitkräften bessere Möglichkeiten geben, zu verhindern, dass Sprengladungen von Terroristen - wie Autobomben oder Bomben am Straßenrand - planmäßig funktionieren, und sie wird ihnen helfen, solche Bomben und die Bombenbauer aufzuspüren; sie wird die Fähigkeit von Bombenexperten verbessern, Sprengstoffe zu beseitigen und die Auswirkungen von Bombenattentaten zu bewältigen; sie wird ermöglichen, Flugzeuge vor tragbaren Flug/Luftabwehrraketen zu schützen; Hubschrauber vor Panzerfäusten zu schützen; Häfen und Schiffe vor Schnellbooten und Tauchern mit Sprengladungen zu schützen; den Schutz vor chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Waffen zu verbessern; Spezialeinheiten und ihre Ausrüstung mit größter Zielgenauigkeit an bestimmten Orten abzusetzen, im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Terroristen Aufklärungs- und Überwachungs- sowie Zielerfassungsoperationen durchzuführen und Mörserangriffe abzuwehren.

Zum Leiter für die diesbezügliche Arbeit hat die NATO einen Koordinator für Antiterrortechnologien ernannt, der dem Vorsitzenden der CNAD zuarbeitet und einer Expertengruppe mit Spezialisten aus mehreren NATO-Staaten vorsteht. Die Hauptgruppen der CNAD - die Rüstungsgruppen Luftwaffe, Marine und Heer, die Forschungs- und Technologieorganisation der NATO und die NATO-Industrieberatergruppe - fungieren als Motor des Programms.

Abwehr selbstgebastelter Sprengladungen

Selbstgebastelte Sprengsätze oder Bomben werden derzeit von Terroristen als Waffen bevorzugt, und sie sind bei Terroranschlägen für die größte Zahl der Todesopfer unter Streitkräften und Zivilisten der NATO-Staaten verantwortlich. Diese Waffen werden auf sehr unterschiedliche Art und Weise transportiert und eingesetzt; u.a. werden Auto- und Lastwagenbomben, Bomben am Straßenrand und Bombengürtel und -jacken für Selbstmordattentäter verwendet.

Die NATO entwickelt im Rahmen ihres Arbeitsprogramms zur Terrorismusabwehr Systeme, die den Streitkräften neue Spitzentechnologien an die Hand geben sollen, mit denen sie Terroristen aufspüren, behindern und verfolgen können.
Um dieser Gefahr entgegentreten zu können, versucht die NATO genau zu verstehen, wie Terroristen diese Sprengsätze herstellen und einsetzen und welche Detonationskraft die einzelnen Sorten haben. Sobald wir einen Überblick über die Vielzahl der möglichen Herstellungsverfahren für diese Waffen haben, werden wir mit der Entwicklung einer Vielzahl von Technologien beginnen, mit denen diese Bomben unschädlich gemacht werden können, und Verfahren konzipieren, mit denen wir Orte, an denen diese Bomben hergestellt und versteckt werden, aufspüren können. Innerhalb der CNAD hat Spanien bei der Konzeption neuer Verfahren und Fähigkeiten für diesen Bereich die Führung übernommen, und die Industrie hat bereits weitreichende Bemühungen eingeleitet..

Beseitigung militärischer Sprengstoffe

Kampfmittel- und Sprengstoffdepots haben sich häufig als Waffenquellen für Terrorgruppen erwiesen. In Irak wird z.B. am häufigsten die sogenannte "daisy chain" (Gänseblümchenkette) als Bombe am Straßenrand verwendet; dabei handelt es sich um Artilleriegranaten, die alle an einer einzigen Zündschnur aufgereiht sind. Mit Hilfe der Vereinigten Staaten errichtet die NATO nun eine Datenbank zur Erfassung aller Arten von Kampfmitteln, die an den wichtigsten Einsatzorten gefunden werden. Diese Datenbank wird für Bombenexperten, die entscheiden müssen, auf welche Weise von Terroristen eingesetzte Bomben zu entschärfen sind, eine entscheidende Hilfe sein. Darüber hinaus werden Bombenexperten der NATO-Staaten unter norwegischer und slowakischer Federführung zu einer Tagung zusammenkommen, um zu erörtern, welche neuen Technologien (einschließlich Robotertechnik, neuer Leichtfasern und digitaler Möglichkeiten) die Schutzausrüstung und die Entschärfungsdispositive verbessern können und welche Standards eingeführt werden sollten, um das Niveau der kollektiven Sachkompetenz des Bündnisses auf diesem Gebiet anzuheben.

Schutz von Flugzeugen vor tragbaren Boden-Luft-Raketen

Die Terrororganisation Al Qaida und die ihr angeschlossenen Gruppen haben sich tragbare Boden-Luft-Raketen, sogenannte "MANPADS" beschafft und damit eine Reihe von - sowohl erfolgreichen als auch erfolglosen - Anschlägen auf Militär- und Zivilflugzeuge durchgeführt. Dazu zählen die gescheiterten Anschläge auf Flugzeuge der El Al in Kenia (2002) sowie die erfolgreichen Angriffe auf Militär- und Linienflugzeuge in Irak. Experten der NATO führen nun ein eingehendes Analyse- und Testprogramm durch, um herauszufinden, wie Terroristen die jeweils anzugreifenden Flugzeuge aufspüren und verfolgen. Haben sie dies in Erfahrung gebracht, so wird es möglich sein, die Verteidigungssysteme so zu verbessern, dass sie angreifende Raketen ablenken, abwehren und zerstören können.

Zudem ist es möglich, den Schutz von Flugzeugen mit Hilfe einer Vielzahl nichttechnologischer Mittel weiter zu verbessern. Einige Verfahren können sowohl von militärischem als auch von zivilem Flugpersonal genutzt werden, wie z.B. Flugsimulatorstunden für Piloten, die lernen sollen, wie sie bei einem plötzlichen Ausfall von Motoren reagieren müssen. Mit Hilfe einer Reihe technischer als auch nichttechnischer Maßnahmen will die NATO also zusätzliche Schutzvorkehrungen treffen, um große Flugzeuge mit langsamer Fluggeschwindigkeit vor diesen tragbaren Flug/Luftabwehrraketen zu schützen. Ein Testprogramm ist bereits angelaufen, und für das nächste Jahr sind weitere Probeeinsätze geplant.

Schutz von Hubschraubern vor Panzerfäusten

Angriffe auf Hubschrauber mit Panzerfäusten und Handfeuerwaffen haben in den Konflikten der letzten Zeit zahlreiche Todesopfer gefordert. Als Reaktion darauf hat die NATO mit der Entwicklung von Maßnahmen für den Selbstschutz von Hubschraubern und das Aufdecken von Gefahren sowie mit der Entwicklung von Abwehrmitteln begonnen. Die NATO prüft nun, wie Technologien wie z.B. Airbags und Flak-sichere Sitze sowie Schutzüberzüge und Materialien, denen Panzerfäuste nicht schaden können und die ursprünglich für gepanzerte Truppentransportfahrzeuge konzipiert worden sind, in jetzige und künftige Generationen von Drehflüglern eingebaut werden können. Eine Partnerschaft mit der Industrie ist bereits eingeleitet worden und soll auf diesem Gebiet zu weiteren Fortschritten führen.

Schutz von natürlichen und künstlichen Häfen

Da das reibungslose Funktionieren von natürlichen und künstlichen Häfen für die Weltwirtschaft von grundlegender Bedeutung ist, kommt es entscheidend darauf an, diese so gut wie möglich zu sichern. Terroristen haben schon gezeigt, dass sie dazu in der Lage sind, ausgeklügelte Angriffe auf Kriegsschiffe wie die USS Cole vor der Küste Jemens (2000), auf Handelsschiffe wie den französischen Öltanker Limburgh (ebenfalls vor der Küste Jemens, 2002) und auf Hafeneinrichtungen wie die Ölpipeline in der Nähe von Basra (Irak) zu verüben. Weitere geplante Anschläge konnten von NATO-Staaten verhindert werden. Infolge eines dieser vereitelten Anschläge eskortiert die NATO nun im Rahmen der Operation Active Endeavour, der Bündnismission zur Vereitelung, Abschreckung und Abwehr von Terroraktionen im Mittelmeerraum, Handelsschiffe durch die Straße von Gibraltar.

Unter italienischer Federführung und gestützt auf die in mehreren Jahrzehnten gesammelten Erfahrungen des Unterwasserforschungszentrums der NATO in La Spezia (Italien) führt die NATO eine Vielzahl von Versuchen durch, bei denen neue, hochentwickelte Technologien auf See erprobt werden. Im Rahmen des NATO-Programms wird beispielsweise untersucht, ob man Sensornetze herstellen kann, die auf oder unter der Meeresoberfläche Terroristen aufspüren und deren Pläne vereiteln können, und zugleich wird für das Räumen von Minen unter Wasser ein neuer Mechanismus entwickelt, der einen bisher langwierigen, personalintensiven Prozess ernorm beschleunigen wird. Die NATO forscht auch im Bereich innovativer Technologien zur Ausschaltung von Motoren angreifender Schnellboote und entwickelt neue Verfahren zur Verbesserung der Verteidigungsfähigkeit von Kriegsschiffen gegen Überwasserangriffe. In diesem Jahr sind in Italien und in den Niederlanden zahlreiche Versuche durchgeführt worden, und für 2005 sind weitere geplant.

Ortung, Abwehr und Ausschaltung chemischer, biologischer, radiologischer und nuklearer Waffen

Die Saringas-Anschläge der Aum-Sekte auf die Tokioter U-Bahn (1995) sind unverändert ein sehr beunruhigendes Beispiel für die Fähigkeit von Terrorgruppen, chemische und möglicherweise biologische, nukleare und radiologische Waffen zu entwickeln und auch einzusetzen. Dokumente der Al Qaida, die in Afghanistan sichergestellt werden konnten, und andere Informationen, die Regierungen der NATO-Staaten erhalten haben, geben Hinweise auf eine noch rudimentäre, aber sich stetig weiterentwickelnde Fähigkeit von Terroristen, bei künftigen Anschlägen auch Massenvernichtungswaffen einzusetzen. Man hat sogar ein Versuchsprogramm, bei dem Zyanidsubstanzen eingesetzt wurden, sowie die Entwicklung von Prototyp-Verfahren für die Herstellung von Senfgas, Sarin und VS-Nervengasen nachgewiesen. In Europa sind bereits einige Giftanschläge geringeren Umfangs vereitelt worden, die von mit der Al Qaida assoziierten Gruppen geplant waren, und man ist auch besorgt über die Absicht von Terroristen, in Nordamerika einen Anschlag mit Strahlenwaffen zu verüben.

Um das multinationale NATO-Bataillon zur Abwehr von ABC-Waffen und von radiologischen Waffen zu unterstützen, entwickeln die Rüstungsexperten des Bündnisses die Fähigkeit, die Gefahren im Zusammenhang mit solchen Waffen aufzudecken, vor ihnen zu schützen und sie in den Griff zu bekommen. Die NATO-Staaten haben Dokumente erarbeitet, in denen gemeinsame Doktrinen, Verfahren und Ausrüstungsstandards für den Schutz vor solchen Waffen und für die Entseuchungsmaßnahmen nach einem Anschlag festgelegt werden. Darüber hinaus hat das Bündnis einen Dekontaminator entwickelt, der auf Wassergrundlage arbeitet und nun in den NATO-Staaten erprobt wird. Man forscht auch im Hinblick auf die Entwicklung von Technologien zur Fernortung dieser tödlichen Substanzen, und weitere Forschungsarbeiten sind mit dem Ziel geplant, die militärischen Fähigkeiten zur Ausschaltung solcher Waffen auf dem Gefechtsfeld zu entwickeln.

Präzisionsgelenkte Abwurftechnologien für Spezialeinheiten

Terroristen suchen häufig an entlegenen Orten Zuflucht, weil sie annehmen, dass Streit- und Sicherheitskräfte der NATO dort weniger gut operieren können. Die Maßnahmen, die in Afghanistan gegen die Al Qaida durchgeführt worden sind, haben gezeigt, dass Spezialeinheiten des Bündnisses bereits einen weiten Aktionsradius haben. Die Entsendung von Personal, Ausrüstung, Nachschub und Waffen an einen bestimmten Ort, unter allen Witterungsbedingungen, sowohl in äußerst hoch als auch in sehr tief gelegene Gebiete und unter einer Vielzahl von Begleitumständen ist eine wichtige militärische Fähigkeit, die sich nicht ohne Probleme gewährleisten lässt.

In einem anspruchsvollen Umfeld wie in Afghanistan, wo die Verkehrsinfrastruktur begrenzt ist, kann sich die Fähigkeit zum Einsatz von Spezialeinheiten und zur Sicherung ihres Nachschubs mit äußerst präzisen Abwürfen, als entscheidender Faktor erweisen. Folglich arbeiten die NATO-Staaten gemeinsam an der Entwicklung eines breiten Spektrums von Technologien und Systemen, die sicherstellen sollen, dass kein Ort, sei er auch noch so abgelegen, Terroristen eine sichere Zufluchtsstätte bieten kann. Die ersten Versuche in diesem Zusammenhang sind für das Frühjahr 2005 geplant, und daran werden sich mehrere NATO-Staaten und Nichtmitgliedstaaten des Bündnisses aktiv beteiligen.

Nachrichtendienstliche Arbeit, Aufklärung, Überwachung und Zielerfassung auf dem Gebiet der Terrorismusbekämpfung

Die Anonymität von Terroristen und ihre Fähigkeit, Anschläge an einem Ort und zu einem Zeitpunkt ihrer Wahl zu verüben, stellen taktische Vorteile dar, die von ihnen genutzt werden. Die NATO arbeitet darauf hin, diese Vorteile zu begrenzen oder ganz zu beseitigen. Derzeit werden zahlreiche neue Sensoren und Ortungssysteme geprüft, und man erwägt den Einsatz neuer Software sowie neuer Computermodelle und analytischer Instrumentarien - stets mit dem Ziel, die Regierungen der NATO-Staaten in die Lage zu versetzen, einen Terroristen (wie sehr er oder sie auch versucht, sich in die Gesellschaft einzugliedern) aufzuspüren, ihm oder ihr auf den Fersen zu bleiben und die nötigen Schritte zur Beseitigung der Gefahr zu unternehmen.

Neben einer Vielzahl technologischer Maßnahmen, die geprüft werden, befassen sich die Forschungs- und Technologieorganisation der NATO und der NATO-Wissenschaftsausschuss gemeinsam mit zentralen Bereichen der Verhaltensforschung, z.B. mit der "Analyse der Humanfaktoren" und mit den psychologischen Aspekten des Terrorismus. Ein kürzlich veranstaltetes Symposium für internationale Experten auf dem Gebiet der Selbstmordattentäter legte einige wichtige Empfehlungen vor, die das Bündnis nun im Hinblick auf eine rasche Umsetzung prüft.

Abwehr von Mörserangriffen

Terrororganisationen haben bewiesen, dass sie sowohl zivile als auch militärische Ziele mit Raketen und Mörsern angreifen können. Daher hat die NATO ein Programm zur Mörserabwehr eingeleitet und im Oktober 2004 dem Arbeitsprogramm zur Terrorismusabwehr beigefügt. Auf diese Weise soll die NATO mit Ausrüstung (wie Suchradaren und Ortungslasersystemen) ausgestattet werden, die erforderlich ist, um Mörserstellungen automatisch zu orten und ausreichend schnell und zielgenau das Gegenfeuer eröffnen zu können. Der Erwerb solcher Fähigkeiten wird der NATO ermöglichen, ihre eigenen Truppen und andere potentielle Ziele wirksam zu schützen. Auf diesem Gebiet werden die Niederlande die Führung übernehmen.

Diese bahnbrechende Initiative und das gesamte Arbeitsprogramm zur Terrorismusabwehr sind für den Schutz sowohl der Streitkräfte als auch der Zivilbevölkerung der NATO wie auch für den Schutz der Infrastruktur von großer Bedeutung. Da wir darauf hinarbeiten, bessere Möglichkeiten zur Bewaffnung und Ausrüstung von Bündnisstreitkräften zu entwickeln, damit sie Terroristennetzwerke stören und zerschlagen sowie geplante Terroranschläge vereiteln können, spielen sie bei der Bekämpfung des Terrorismus eine immer größere Rolle. Der breite Ansatz des Programms wird auch zur Stabilität und Sicherheit der internationalen Staatengemeinschaft insgesamt beitragen und die Beziehungen zu Gremien außerhalb der NATO stärken, wie z.B. zur Europäischen Union, zur Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa und zu den Vereinten Nationen.


Marshall Billingslea ist beigeordneter Generalsekretär in der NATO-Abteilung für Sicherheitsinvestitionen und Vorsitzender sowohl der CNAD als auch des C3-Ausschusses der NATO.

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